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Aktuell Afrika

Ausgehverbot soll Unruhen eindämmen

Nach schweren Ausschreitungen in Tunis haben die Behörden eine nächtliche Ausgangssperre über mehrere Landesteile Tunesiens verhängt. Die Regierung vermutet, dass die Unruhen eine "organisierte Aktion" waren.

Die Ausgangssperre galt von 23 bis 7 Uhr. Betroffen waren die Hauptstadtregion und mehrere Gebiete im Landesinneren. Auslöser der Krawalle war die Kunstausstellung "Frühling der Kunst" im Palast Abdellia, die von radikalen Muslimen als islamfeindlich und blasphemisch betrachtet wird.

Der tunesische Innenminister Ali Larayedh äußerte im Parlament die Befürchtung, dass die Unruhen auch in den kommenden Tagen anhalten. Er vermute, dass es einen Zusammenhang zwischen den Ausschreitungen und einem Gewaltaufruf von Al-Kaida-Chef Aiman al-Sawahiri geben könnte. Der Nachfolger von Osama bin Laden hatte am Sonntag die Tunesier aufgerufen, sich gegen die Regierung der moderat-islamischen Ennahda-Partei aufzulehnen.

Viele Verletzte, viele Festnahmen

Die Zusammenstöße in Tunis hatten in der Nacht zum Dienstag in den Arbeitervierteln Ettadamen und Sidi Hussein begonnen. Im Tagesverlauf griffen die Ausschreitungen auf andere Stadtteile über. Mehrere Gruppen von Randalierern, darunter etliche Salafisten, attackierten öffentliche Gebäude, Polizeiwachen und ein Gerichtsgebäude. Der etwa zeitgleiche Ausbruch der Gewalt an mehreren Orten lasse eine "organisierte" Aktion vermuten, hieß es aus dem Innenministerium. Nach Auskunft der Behörden wurden bei den Ausschreitungen etwa 100 Menschen verletzt. Mehr als 160 Personen seien festgenommen worden, heißt es.

Bereits am Montag waren Salafisten in das Ausstellungsgebäude im Viertel La Marsa eingedrungen und hatten Kunstwerke attackiert, die sie für verwerflich hielten. Salafisten legen den Islam besonders streng aus. Einige von ihnen sympathisieren mit dem Extremistennetz Al-Kaida.

wa/qu (rtr, dapd,afp)