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Wirtschaft

Ausgebremst

Auf Europas Straßen stauen sich die LKWs, während der Gütertransport auf der Schiene zusehends verkümmert. Die "rollende Landstraße" ist nach wie vor Utopie. Ein neues Konzept soll Abhilfe schaffen.

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Der Güterverkehr wird geradezu stiefmütterlich behandelt

Da der Druck in den letzten Jahren weiter zugenommen hat, weisen Pläne der Europäischen Kommission nun einen Weg zu einer gemeinsamen Eisenbahnverkehrspolitik. Damit soll der Güterverkehr wenigstens in Ansätzen wieder wettbewerbsfähig werden.

Gründe für die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit

Das Gesamtvolumen der auf Schienen transportierten Güter stagniert zur Zeit bei gerade einmal sechs Prozent. Die Gründe für die Abnahme des innereuropäischen Güterverkehrs sind offensichtlich: Einerseits ist sie Folge der bürokratischen und technischen Unterschiede zwischen

Güterverkehr mit der Bahn

den einzelnen europäischen Ländern. Andererseits verhindert die Abschottung der nationalen Schienennetze in der Europäischen Union einen grenzüberschreitenden Güterverkehr. Dadurch wird die Wettbewerbsfähigkeit der Schiene erheblich beeinträchtigt, da vor allem auf der Straße der grenzüberschreitende Güterverkehr schon längst Realität ist. Beide Aspekte nennt das erste Maßnahmenpaket der Europäischen Kommission als wesentliche Ursachen für die unzureichende Wettbewerbsfähigkeit der Schiene gegenüber der Straße.

Im Schneckentempo voran

Momentan kriecht der grenzüberschreitende Güterverkehr geradezu über europäischen Gleise und kann mit der Durchschnittsgeschwindigkeit von 18 km/h gerade einmal mit dem Tempo eines Eisbrechers mithalten. Bisher traf ein Güterzug wegen der nicht kompatiblen Eisenbahnnetze auf nahezu unüberwindbare Hindernisse. "Jeder Lokführer braucht für jedes Land einen extra Führerschein, jede Lok eine extra Zulassung", stellt Bahnchef Hartmut Mehdorn verärgert fest. Ganz zu schweigen von den noch bestehenden unterschiedlichen Spurbreiten zwischen Frankreich und Spanien, die es notwendig machen, die gesamte Ladung an der Grenze umzuladen.

Einheitliche Regelungen auf den Weg bringen

Die gravierenden Probleme führten zu dem Beschluss der Europäischen Kommission, bis zum 15. März 2003 schrittweise die rechtlichen und technologischen Standards zu vereinheitlichen, um einen integrierten europäischen Eisenbahnraum zu schaffen. Vor allem der Aufbau von sogenannten Freeways soll bis dahin umgesetzt werden, so dass ein Güterzug die Strecke von Hamburg bis Mailand in angemessener Zeit überwinden kann.

Ende September 2002 reagierten dann auch die Schienennetzbetreiber und unterzeichneten in Berlin auf der InnoTrans, der Internationalen Fachmesse für Verkehrstechnik, den Kooperationsvertrag RailNetEurope (RNE). Der soll eine europaweite Vermarktung der Eisenbahninfrastruktur sowie den Abbau betrieblicher und administrative Barrieren regeln. Die Ziele der Kommission weisen aber bereits weit darüber hinaus, wie es der programmatische Titel des zweiten Maßnahmenpaketes vom Januar 2002 besagt: "Auf dem Weg zu einem integrierten europäischen Eisenbahnraum". Doch zu einem wirklich einheitlichen europäischen Eisenbahnverkehr ist es noch ein langer, ein sehr langer Weg.

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