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Amerika

Ausgangssperre in Honduras aufgehoben

Nach den Unruhen im Zuge der Rückkehr des gestürzten Präsidenten Zelaya hat sich die Lage in Honduras entspannt. Das dreitägige Ausgehverbot wurde aufgehoben, in der Hauptstadt scheint wieder Normalität einzukehren.

Demonstranten (Foto: ap)

Zelayas Anhänger kämpfen für seine Wiedereinsetzung

Seit Donnerstag (24.09.2009) sechs Uhr Ortszeit hat die De-facto-Regierung von Honduras die Ausgangssperre aufgehoben. Vorher war sie schon zeitweilig ausgesetzt worden, damit sich die Bevölkerung mit Lebensmitteln eindecken konnte. Zur gleichen Zeit wurden auch die Flughäfen des Landes wieder geöffnet. Sie waren nach der heimlichen Rückkehr des gestürzten Präsidenten Manuel Zelaya geschlossen worden. Zelaya war am Montag in seine Heimat zurückgekehrt und hält sich seitdem in der brasilianischen Botschaft auf.

Erneut schwere Zusammenstöße

Mann liegt am Boden (Foto: ap)

Die Polizei ging mit Tränengas gegen Demonstranten vor

Die Polizei ging mit Tränengas gegen die Demonstranten vor. Auch auf dem zentralen Hauptplatz von Tegucigalpa kam es zu Krawallen. Die von Soldaten unterstützte Polizei nahm Dutzende von Demonstranten fest, teilte deren genaue Zahl aber nicht mit.

Bei den Demonstrationen seien zwei Menschen getötet worden, teilte die Polizei mit. Einer von ihnen sei bereits am Dienstagabend bei Zusammenstößen mit der Polizei verletzt worden und später im Krankenhaus gestorben. Das zweite Opfer sei bei einer Demonstration getötet worden. Wie der Zelaya-Anhänger genau zu Tode kam, ist noch unklar.

Zelaya: "Ziel ist persönliches Gespräch"

Mann sitzt auf Straßenblockade (Foto: ap)

Straßenblockaden in der Hauptstadt

Der gestürzte Präsident forderte Überganspräsident Roberto Micheletti derweil zu direkten Gesprächen auf. Sein Ziel sei es, persönlich mit Micheletti zu sprechen, sagte Zelaya. Gleichzeitig bedankte er sich bei der internationalen Gemeinschaft für die Unterstützung und appellierte an die Vereinten Nationen, sein Land nicht aufzugeben.

In der brasilianischen Botschaft sei er mit Respekt und Solidarität aufgenommen worden, erklärte der entmachtete Präsident. Zugleich fühle er sich aber "wie im Gefängnis", sagte Zelaya mit Blick auf die honduranischen Sicherheitskräfte, die das Gebäude umstellt haben.

Übergangspräsident stellt Bedingungen

Micheletti hatte ein Gesprächsangebot an seinen Kontrahenten zuvor an weitreichende Bedingungen geknüpft. Als Voraussetzung für einen Dialog müsse Zelaya die geplante Präsidentschaftswahl anerkennen, forderte er. Außerdem müsse sich der entmachtete Präsident dem vom Obersten Gericht ausgestellten Haftbefehl beugen. Zudem bekräftigte Micheletti, es sei ausgeschlossen, dass Zelaya in sein Amt zurückkehre.

Der im Juni vom Militär gestürzte Präsident war am Montag überraschend nach Honduras zurückgekehrt. Die Interimsregierung hatte ihm gedroht, ihn vor ein Gericht zu stellen, falls er den Boden seiner Heimat betreten sollte. (afp/dpa)