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Aktuell Asien

Ausbruch von Epidemien in Nepal befürchtet

Die Lage im Himalaya-Erdbebengebiet ist verheerend: Hunderttausende Menschen campieren auf den Straßen, es gibt immer wieder Nachbeben. Die Zahl der Toten steigt.

Auch zwei Tage nach dem schweren Erdbeben in der Himalaya-Region bergen Helfer immer wieder Todesopfer. Allein in Nepal kamen nach neuen Regierungsangaben insgesamt mehr als 3600 Menschen ums Leben, es gibt 6500 Verletzte. Die Krankenhäuser sind heillos überfüllt. Viele der Verletzten müssen auf der Straße versorgt werden. Die Behörden riefen die Bürger zu Blutspenden auf. Außerdem werden Nothelferteams, Medikamente, Wasser, Lebensmittel, Zelte und Decken dringend benötigt, wie ein Sprecher nochmals mitteilte.

Eine Million Kinder in Not

Nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks UNICEF sind fast eine Million Kinder dringend auf Hilfe angewiesen. Den Überlebenden in Nepal machten zuletzt starke Regenfälle zu schaffen. Hunderttausende abgekämpfte Menschen verbrachten die vergangene Nacht - auch wegen der zahlreichen Nachbeben - in provisorischen Zeltstädten. Weite Teile der Infrastruktur Nepals sind zerstört. Die Straßen sind aufgerissen oder wegen Erdrutschen nicht passierbar. Das ganze Ausmaß der Zerstörung ist immer noch nicht abzusehen, da nach wie vor etliche abgelegene Dörfer nicht erreicht wurden.

Zelte sollen die Menschen vor Regen und Kälte schützen (AFP)

Zelte sollen die Menschen vor Regen und Kälte schützen

Fachleute warnen vor Krankheiten

Der Koordinator der Arbeiterwohlfahrt International, Felix Neuhaus, befürchtet, dass es nun zu Epidemien kommen könnte. Es gibt kein sauberes Trinkwasser. Neuhaus kritisierte in der Hauptstadt Kathmandu die mangelnde Unterstützung der Behörden. Auch die Hilfsarbeiten verliefen bisher "relativ unkoordiniert", wie Neuhaus dem Deutschlandfunk sagte. Auf den Straßen herrscht nach seinen Worten allgemeines Chaos. Besonders schlimm sei die Situation in den Dörfern, wo "bis zu 100 Prozent der gesamten Bausubstanz zusammengefallen ist". Ähnlich äußerte sich UNICEF-Sprecher Rudi Tarneden. Er verwies auf die mangelnde Hygiene, die "ein großes Problem" sei.

Die Hauptstadt Kathmandu ist laut Augenzeugen nicht mehr über den Landweg zu erreichen. Nach einem weiteren Nachbeben ist die Ost-West-Landstraße bei Mugling und Narayanghat unterbrochen. In Kathmandu machten sich am Montag tausende Bewohner auf, die Region zu verlassen. Nur mit dem nötigsten Hab und Gut flüchteten sie zu Fuß oder versuchten, einen der wenigen Lastwagen zu erreichen, die zum Flughafen fuhren.

Bergsteiger warten auf Hilfe

Nepals Kommunikationsminister Minendra Rizal versprach, man versuche so schnell wie möglich, Telefonleitungen zu reparieren und die Stromversorgung wieder herzustellen. Das Tourismusministerium versicherte, ein Fokus der Hilfskräfte sei es auch, die festsitzenden Urlauber am Mount Everest in Sicherheit zu bringen. Allein aus dem Basislager am höchsten Berg der Welt seien bisher mehr als 80 Menschen ausgeflogen worden. Zahlreiche Bergsteiger sitzen aber noch fest.

Die Europäische Kommission sagte Nepal drei Millionen Euro Soforthilfe zu. Das Geld solle zusätzlich zu den Hilfen der einzelnen Mitgliedstaaten und zur Entsendung von Zivilschutzexperten in die Erdbebenregion fließen, erklärte der EU-Kommissar für humanitäre Hilfe, Christos Stylianides. Die Asiatische Entwicklungsbank sicherte 200 Millionen Dollar (rund 183 Millionen Euro) an Unterstützung zu. Zahlreiche Staaten und Organisationen entsandten Helfer und Experten, darunter Deutschland.

Das Erdbeben vom Samstag hatte eine Stärke von 7,8 und war das stärkste in der Region seit mehr als 80 Jahren. Das Epizentrum lag 80 Kilometer nordwestlich von Kathmandu.

se/sti (dpa, afp, ape, rtr)

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