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Wissen & Umwelt

Ausblick in den Himmel

Merkur zieht quer über die Sonnenscheibe und zwei Planetensonden erreichen ihr Ziel. Zudem erfreuen eine totale und eine ringförmige Sonnenfinsternis die Weltraumfans - nur der Mond sorgt 2016 für etwas Enttäuschung.

Das neue Jahr steht ganz im Zeichen der Planeten Mars und Jupiter. Am 4. Juli erreicht die NASA-Sonde Juno Jupiter. Sie soll in eine Umlaufbahn einschwenken und gut ein Jahr lang Atmosphäre, Magnetfeld und inneren Aufbau des Riesenplaneten untersuchen. Juno ist eine "grüne" Sonde, denn erstmals nutzt ein Raumfahrzeug so weit von der Sonne entfernt reinen Solarstrom. Bisher hatten Sonden, die Jupiter oder Ziele noch weiter draußen angeflogen haben, stets Batterien mit radioaktivem Material an Bord.

Marsposition optimal für Raumfahrer

Für den Monat März ist der Start des Exomars Trace Gas Orbiter der Europäischen Weltraumorganisation ESA zum Mars geplant. Den roten Planeten soll er dann im Oktober erreichen. Zwar kreisen schon etliche Sonden um den äußeren Nachbarn der Erde und auf der Oberfläche sind auch zwei Rover im Einsatz. Doch der Mars macht es den Forschern nicht leicht. Noch immer ist unklar, ob dort einst lebensfreundliche Bedingungen geherrscht haben oder ob sogar noch heute einfache Lebensformen irgendwo im Marsboden vorkommen.

Juno reist zum Jupiter (Foto: Foto: NASA/JPL-Caltech)

Die Raumsonde Juno ist 2011 zum Jupiter gestartet - 2016 erreicht sie ihr Ziel

Daher soll jetzt die ESA-Sonde den Mars umkreisen und die Spurengase der Atmosphäre vermessen - vor allem geht es um Methan, das auf biologische Aktivität auf dem Planeten hinweisen könnte. Wenn der Exomars Trace Gas Orbiter sein Ziel erreicht, klinkt er kurz zuvor eine kleine Kapsel aus, die technische Verfahren für das Landemanöver erprobt. Denn im zweiten Teil der Exomars-Mission soll 2018 ein rollendes Labor im roten Sand landen und nach möglichem Leben suchen.

Das Rosetta-Festival geht zu Ende

Auch Europas Rosetta-Mission befasst sich mit den Grundlagen des Lebens im All. Seit August 2014 kreist Rosetta um den Kometen Tschurjumow-Gerasimenko und im November ist die Tochtersonde Philae auf dem knapp vier Kilometer großen Kern gelandet. Doch im September 2016 wird die Rosetta-Mission wohl zu Ende gehen, vermutlich mit einem ganz spektakulären Manöver: Auch Rosetta soll auf dem Kometen niedergehen, obwohl die Sonde dafür gar nicht ausgelegt ist. Läuft alles nach Plan, sind Ende 2016 Rosetta und Philae wieder auf dem Kometen vereint. Allerdings sind sie dann nicht mehr im Betrieb. Die wissenschaftlichen Daten aber werden die Forscherinnen und Forscher noch viele Jahre und Jahrzehnte beschäftigen.

Merkur mit Mini-Finsternis

Der astronomische Höhepunkt des Jahres ist der Vorübergang Merkurs vor der Sonnenscheibe. Am 9. Mai wandert der kleinste Planet genau zwischen Erde und Sonne hindurch. Für siebeneinhalb Stunden zieht er als kleiner, schwarzer Punkt quer über die Sonnenscheibe. Das Spektakel ist überall dort zu sehen, wo die Sonne während dieser Zeit am Himmel steht. Die besten Sichtbedingungen gibt es in West- und Nordeuropa, in Gröndland und in Nord- und Südamerika. Nur Ostasien, Australien und Neuseeland gehen komplett leer aus. Leider ist Merkur so klein, dass er mit bloßem Auge nicht zu erkennen ist - selbst wenn Schutzfolien das grelle Sonnenlicht dämpfen. Mit einem Fernglas oder kleinen Teleskop lässt sich der Merkur-Transit aber gut verfolgen.

Sonnenfinsternis 2015 Deutschland (Foto: Getty)

Auch 2016 hält eine Sonnenfinsternis bereit. Brille nicht vergessen!

Vorsicht vor dem grellen Sonnenlicht!

Achtung! Niemals ungeschützt direkt in die Sonne blicken. Schlimmste Augenschäden bis hin zu völliger Erblindung wären die Folge! Wer sich mit Sonnenbeobachtung und dem richtigen Schutz nicht auskennt, sollte sich vorher in einem Astronomieclub, in einer Volkssternwarte oder bei einem Planetarium beraten lassen - oder am besten eine der zahlreichen öffentlichen Beobachtungen besuchen, die es in vielen Ländern geben wird. Vorübergänge Merkurs vor der Sonne sind relativ selten. Erst 2029 gibt es wieder so eine Miniatur-Sonnenfinsternis.

Eine totale und eine ringförmige Sonnenfinsternis

Am 9. März ereignet sich eine "richtige" Sonnenfinsternis, bei der unser Mond die Sonne komplett abdeckt. In einem 150 km schmalen Streifen, der sich quer über Indonesien und weite Teile des Pazifiks erstreckt, steht der Mond für bis zu vier Minuten vor der Sonne und macht den Tag zur Nacht. Als partielle Finsternis, bei der der Mond zumindest ein Stück der Sonnenscheibe "abbeißt", ist dieses Schauspiel in Japan, China, Südostasien, großen Teilen Australiens und in Hawaii und Alaska zu sehen. Da die Finsternis die Datumslinie überquert, findet sie in Hawaii und Alaska am Abend des 8. März statt.

Mondfinsternis: Animation auf der Basis einer Finsternis 2014 in China

Kein Glück für Fans der Mondfinsternis - den Ablauf dieser Animation gibt es 2016 nicht zu sehen.

Am 1. September steht der Mond wieder vor der Sonne. Allerdings befindet er sich dann gerade im fernsten Bereich seiner elliptischen Bahn um die Erde. Die Mondscheibe ist daher zu klein, um die Sonne komplett abzudecken. Es kommt zu einer ringförmigen Sonnenfinsternis, bei der für gut drei Minuten ein Feuerring rings um den Mond zu sehen bleibt. Dieses Schauspiel ist in einem knapp 100 Kilometer schmalen Streifen zu bestaunen, der sich vom äquatornahen Atlantik, quer über Zentralafrika und die Nordspitze Madagaskars erstreckt. Partiell ist diese Finsternis in ganz Afrika, und im äußersten Westen Australiens zu sehen.

Der Mond hält sich 2016 zurück

Das neue Jahr bringt keine wirkliche Mondfinsternis. Der Mond streift nur dreimal den Halbschatten der Erde. Er bleibt dann komplett sichtbar, erscheint an einem Rand aber etwas dunkler. Dies fällt allerdings zumeist nur Experten auf. 2017 kommt es immerhin zu einer partiellen Mondfinsternis und im Jahr darauf gibt es die Entschädigung für das lange Warten: zwei totale Mondfinsternisse. 2016 muss man sich mit anderen Himmelsereignissen trösten: Weil es ein Schaltjahr ist, gibt es sogar 366 Nächte!

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