1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Kultur

Aus sechs mach' zwei?

Der Mobilfunkmarkt ist hart, aber vielversprechend - zumindest für die Unternehmen, die den Kampf am Markt und um die Kunden noch nicht verloren haben.

default

Der Kampf wird offenbar noch härter, denn das UMTS-Zeitalter steht unmittelbar bevor. Milliarden Euro haben sechs Unternehmen hier zu Lande bei der Versteigerung ausgegeben, um die UMTS-Lizenzen zu erhalten. Lizenznehmer sind zum einen die beiden Großen des Marktes: T-Mobil und Vodafone, zum anderen aber auch vier kleinere Unternehmen. Die beiden Großen scheinen die Kleinen nun verdrängen zu wollen. Wer hat eigentlich wen auf dem UMTS-Markt zu fürchten?

Kehraus im Mobilfunkmarkt?

Der Start ins neue Mobilfunkzeitalter steht unter keinem guten Stern. Die Technik, wie die Angebote zur Nutzung der handlichen Alleskönner liegen deutlich hinter den Erwartungen zurück. Das erhoffte große Geld ist noch nicht in Sicht, dafür aber nun ein großer Kehraus auf dem UMTS-Markt - so sollen uns jedenfalls Berichte über Planspiele in den Zentralen von T-Mobil und Vodafone, den beiden Marktführern, Glauben machen. Da heißt es: Nur einige wenige der sechs Linzenznehmer werden mit der immer drückenderen Last der Schulden aus dem Erwerb der UMTS-Lizenzen überhaupt in eine Startposition kommen. Denn schon bald werden die Kleineren die Waffen strecken, wozu Mobilcom, E-Plus, Intercom und der Neueinsteiger Quam gehören, dessen Debut auf dem deutschen Markt weit weniger erfolgreich verlief als für seinen Werbeträger Sven Hannawald die Vier-Schanzen-Tournee. Jedenfalls lassen uns die beiden großen Marktführer wissen, dass sie derzeit an Planspielen für den Ausstieg der Konkurrenz sitzen.

Märchen von der Marktbereinigung

Die Fachwelt schmunzelt darüber. Der Vater solcher Gedanken sei wohl der Wunsch nach einem möglichst schnellen Ausscheiden der Konkurrenz. In Wirklichkeit fürchten die Großen des Mobilfunkmarktes die kleinen Konkurrenten. Denn so klein, wie sie auf dem deutschen Markt erscheinen, sind sie nämlich nicht. Hinter ihnen stehen große Globalplayer, teilweise mächtiger als die Telekom. Zum Beispiel bei Quam die spanische Telefonica oder bei Mobilcom die France Télécom. Da soll mit den Spekulationen um eine bevorstehende Marktbereinigung ganz offensichtlich Misstrauen gegenüber den kleineren Mobilfunkern gesät werden, um potenzielle UMTS-Kunden von ihnen fernzuhalten und ihnen so den Markteintritt zu erschweren, wenn nicht gar die Erfüllung einer Auflage für die UMTS-Linzenz unmöglich machen. Auflage ist, schon bis Ende nächsten Jahres 25 Prozent der Bevölkerung mit Diensten abzudecken.

Gelingt ihnen das nicht, ist die Rückgabe der Linzenz fällig. Das ist offenbar das strategische Ziel der Berichte vom Kehraus auf dem UMTS-Markt. Fachleute sehen bei normalen Wettbewerbsbegingungen für keinen der sechs Linzenznehmer ein Problem, die 25 Prozenthürde zu nehmen. Auch der Zeitpunkt ist interessant. Er fällt zusammen mit dem ersten Marktauftritt des sechsten Linzenznehmers, der Quam. Und deren Markteintritt jetzt erfolgt auch nicht ohne Grund. Insider gehen davon aus, dass UMTS auch in Deutschland noch in diesem Jahr starten wird. Da gilt es, sich die beste Position zu sichern. Und dabei heiligt eben der Zweck das Mittel.