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Fußball

Aus. Schluss. Vorbei.

Das war's: Deutschland ist bei der Heim-WM im Viertelfinale ausgeschieden. Gegen Japan verlor der Titelverteidiger in der Verlängerung mit 0:1. Zuvor hatte sich Frankreich gegen England im Elfmeterschießen durchgesetzt.

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Das Unvorstellbare ist wahr geworden: Deutschland hat verloren und ist bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land vorzeitig im Viertelfinale ausgeschieden. Einige Spielerinnen konnten es nach dem Abpfiff in Wolfsburg nicht fassen, andere weinten, manche versuchten sich gegenseitig zu trösten. Es sollte doch ein Fußballfest werden, nun geht die Party ohne den Gastgeber weiter. "Es ist das eingetreten, was ich befürchtet habe. Wir haben als Weltranglistenzweiter gegen den -vierten verloren. Da entscheidenen Nuancen", erklärte Bundestrainerin Siliva Neid.

Zu harmlos

Wieder vorbei: Deutschland hatte viele Torchancen, nutzte sie aber nicht. Foto: Thomas Lohnes/dapd

Wieder vorbei: Deutschland hatte viele Torchancen, nutzte sie aber nicht.

Das deutsche Team ging die Partie gegen Japan zwar gewohnt offensiv an, allerdings spielte die DFB-Elf ungewohnt ideenlos in der Hälfte des Gegners. So dominierte Deutschland wie erwartet die Partie, aber ein Tor erzielten sie gegen die defensivstarken Asiatinnen nicht. Schon in der achten Minute musste Bundestrainerin Silvia Neid Mittelfeldspielerin Kim Kulig verletzt auswechseln, für sie kam Bianca Schmidt ins Team. Neid sagte nach der Partie, dass der Mannschaftsarzt einen Kreuzbandriss vermute. Vielleicht fehlten durch diese Auswechslung die überraschenden Momente im Spiel der Deutschen.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit machte vor allem die Schiedsrichterin Quetzalli Alvarado aus Mexiko auf sich aufmerksam. Zunächst ahndete sie ein rüdes Foul von Azusa Iwashimizu gegen Linda Bresonik nicht, die sie von hinten von den Beinen holte. Danach übersah Alvarado ein Handspiel von Homare Sawa 17 Meter vor dem Tor der Japanerinnen. Das kann aber nicht als Entschuldigung gelten, dass die sonst so konditionstarken deutschen Spielerinnen in den letzten 25 Minuten immer planloser spielten, sich immer mehr Abspielfehler erlaubten und noch harmloser vor dem Tor wurden.

Japan effektiv

Kämpfte erfolglos: Kerstin Garefrekes. Foto:Michael Probst/AP/dapd)

Kämpfte erfolglos: Kerstin Garefrekes

So musste Deutschland erstmals seit dem Finale im Jahr 2003 bei einer Weltmeisterschaft wieder in eine Verlängerung. Doch auch hier war von der sonst so bekannten Torgefährlichkeit der Deutschen nichts zu sehen. "Wir hätten noch ewig weiterspielen können. Heute hätten wir wahrscheinlich kein Tor mehr geschossen. Es gibt solche Spiele", meinte Neid. Die Unentschlossenheit motivierte den Gegner. Der nutzte eine seiner wenigen Chancen in der 108. Minute. Sawa passte sehenswert nach rechts zu Karina Maruyama, die mit einem schnellen Sprint die deutsche Abwehr überlief und aus spitzem Winkel ins lange Eck zum 1:0 vollendete. Der zweimalige Weltmeister drängte danach zwar weiter nach vorne, aber er war nicht zielstrebig genug. Deutschland hat damit ausgerechnet bei der Heim-WM zum ersten Mal überhaupt gegen Japan verloren. Zudem war es die erste WM-Niederlage der Deutschen seit dem 1. Juli 1999.

Titel-Hattrick verpasst

"Die Japanerinnen haben geschickt gespielt. Und wir sind von Minute zu Minute unsicherer geworden", analysierte Torhüterin Nadine Angerer die Partie. Die Präsidentin des Organisationskomitees, Steffi Jones, meinte: "Es ist kaum in Worte zu fassen. Wir hatten uns soviel vorgenommen. Das ist sehr, sehr traurig." Sorgen, dass sich nun die Stimmung bei der WM verändern könnte, mache sie sich nicht. "Jetzt wird jemand anders Weltmeister. Es ist nur schade, dass wir es nicht sind." Der Traum vom Titel-Hattrick - für Deutschland ist er nun geplatzt.

Erst langweilig, dann spannend

Englands Torhüterin Karen Bardsley hatte gegen Frankreich viel zu tun. Photo: Friso Gentsch dpa

Englands Torhüterin Karen Bardsley hatte gegen Frankreich viel zu tun

Neben Japan steht auch Frankreich im Halbfinale. Der Weltranglisten-Siebte setzte sich erst nach Elfmeterschießen gegen England mit 5:4 durch. Überraschend war das schlechtere Team, England, in Führung gegangen. In der 59. Minute war Jill Scott erfolgreich gewesen. Erst zwei Minuten vor der regulären Spielzeit gelang es den offensiven Französinnen, einer ihrer vielen Chancen zu nutzen - Elise Bussaglia war die Torschützin. Der Weltranglisten-Siebte hatte sogar noch Möglichkeiten, das Spiel in der regulären Spielzeit für sich zu entscheiden. Doch es blieb beim 1:1 und so gab es im ersten K.o.-Spiel auch gleich die erste Verlängerung - und das erste Elfmeterschießen.

Es war hoch verdient, dass sich die Französinnen letztendlich dabei mit 4:3 durchsetzen konnten. Den entscheidenden Elfmeter verschoss Faye White. England, zum dritten Mal bei einer WM dabei, ist damit zum dritten Mal im Viertelfinale gescheitert. Frankreich dagegen steht gleich bei seiner zweiten WM-Teilnahme im Halbfinale.

Autorin: Sarah Faupel
Redaktion: Arnulf Boettcher

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