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Asien

Aus Mangel an Beweisen

Ein pakistanisches Gericht hat den Hausarrest gegen den mutmaßlichen Drahtzieher der Mumbai-Anschläge aufgehoben.

Abseilmanöver aus Hubschrauber (Foto: AP)

Drei Tage hielt die Terrorserie von Mumbai die Welt in Atem

Indien hatte den radikalen Politiker Hafiz Muhammad Saeed schon kurze Zeit nach den verheerenden Terroranschlägen von Mumbai am 26. November als hauptverantwortlichen Drahtzieher benannt. Pakistan hatte ihn daraufhin im Dezember unter Hausarrest gestellt. Der Verdächtige selbst hat von Anfang an seine Unschuld beteuert. Er gilt als Mitbegründer der verbotenen pakistanischen Terrororganisation Lashkar-e-Toiba, die für viele Anschläge in der Unruheprovinz Kashmir und Indien verantwortlich gemacht wird. Er ist außerdem der Anführer der sogenannten islamischen Hilfsorganisation Jamaat ud-Dawa, die als politische Speerspitze der verbotenen Lashkar-e-Toiba gilt.

Die indische Polizei sichert das Gelände um das Hotel Taj Mahal (November 2008) (Foto: AP)

Die indische Polizei sichert das Gelände um das Hotel Taj Mahal (29. November 2008)


Sofortige Freilassung angeordnet

Nach den Anschlägen von Mumbai, die sich über fast drei Tage hingezogen hatten und bei denen im vergangenen November mehr als 160 Menschen ums Leben gekommen waren, hatte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen auch diese Organisation auf seine Terrorliste gesetzt. Das zuständige Gericht in der ostpakistanischen Stadt Lahore, das den Fall des mutmaßlichen Drahtziehers verhandelt, ist jetzt allerdings zu dem Schluss gekommen, dass die Beweise gegen Hafiz Muhammed Saeed und drei weitere Mitglieder seiner Partei nicht ausreichen. Das Gericht hat die sofortige Freilassung der Beschuldigten angeordnet. Die Attacke von Mumbai hat die Beziehungen zwischen den rivalisierenden südasiatischen Atommächten Indien und Pakistan schwer belastet.


Autorin: Sandra Petersmann
Redaktion: Esther Broders