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Aktuell Deutschland

Aus für zwei US-Militärstandorte in Bayern

Das Sparprogramm des Pentagons zwingt dazu: Die US-Armee gibt ihre Einrichtungen in Schweinfurt und Bamberg komplett auf. Rund 7.500 Soldaten und ihre Familien werden bis spätestens 2015 die fränkischen Städte verlassen.

US-Kasernengebäude in Bamberg in Oberfranken (Foto: dpa)

US-Kasernengebäude in Bamberg in Oberfranken

Bamberg werden 3.500 US-Soldaten verlassen, Schweinfurt 4.000. Betroffen von den geplanten Standortschließungen sind außerdem mehrere hundert deutsche Zivilbeschäftigte. Der Standort Ansbach mit rund 3.000 Soldaten soll dagegen erhalten bleiben. Das teilten die Oberbürgermeister der betroffenen bayerischen Städte nach einem Treffen mit dem Oberkommandierenden der US-Streitkräfte in Europa, Mark Hertling, mit.

Bambergs Rathauschef Andreas Starke sprach von einer "allmählichen Reduzierung bis hin zur Schließung" innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre. Die Schließung des Standorts nannte er eine "logische Konsequenz" der amerikanischen Truppenreduzierung in Europa. Das Verteidigungsministerium in Washington hatte vor rund zwei Wochen mitgeteilt, dass schwere Armeebrigaden aus Europa verlegt werden, ohne jedoch schon konkret die betroffenen Standorte zu nennen. Die US-Armee soll in den kommenden zehn Jahren aus Kostengründen von derzeit 570.000 auf 490.000 Soldaten verkleinert werden. Der Abzug habe für Bamberg "weitreichende Folgen", so Sozialdemokrat Starke weiter. Allein Baufirmen, Handwerker und Dienstleister hätten durch die Streitkräfte einen Umsatz von 34 Millionen Euro gemacht. "Das wird natürlich fehlen, aber in der Krise steckt auch eine Chance", sagte der Oberbürgermeister vor allem mit Blick auf dringend benötigte Studentenunterkünfte.

"Wo der Bund Spielräume hat, wird er sicher helfen"

Warnschilder am Zaun des US-Miiltärgeländes in Bamberg (Foto: dpa)

Warnschilder an US-Miiltärbereichen: In Bamberg und Schweinfurt haben sie in wenigen Jahren ausgedient

Der Schweinfurter Bürgermeister Sebastian Remelé (CSU) betonte ebenso, er könne dem Abzug auch etwas Positives abgewinnen. Die Stadt brauche dringend Wohnraum speziell für junge Familien. Zudem denke man über neue Gewerbeflächen nach. Derartige Veränderungen kommen vorerst auf Ansbach nicht zu. Dessen parteilose Oberbürgermeisterin Carda Seidel sagte, bis auf die schon Ende 2011 angekündigten Reduzierungen werde es keine weitere Veränderung geben. "In Bezug auf den wirtschaftlichen Aspekt" sei sie erleichtert.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich stellte den betroffenen Städten Hilfe des Bundes in Aussicht. "Die Städte und Gemeinden sind unterschiedlich betroffen. Auch von den letzten Umstrukturierungen bestehen noch offene Wunden", sagte der CSU-Politiker dem "Münchner Merkur" und fügte hinzu: "Wo immer der Bund Spielräume hat, wird er sicher helfen." In Deutschland sind derzeit noch 36.000 US-Soldaten stationiert, knapp 20.000 davon in Bayern. Dazu kommen noch doppelt so viele Familienangehörige der Soldaten.

sti/se (dpa dapd)

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