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Aus die Maus

Graue Mäuse sind unscheinbar, bestimmte weiße sollte man möglichst nicht sehen. Für Mäuse, die – wenn es mäuschenstill ist – aus ihren Löchern kommen, werden Fallen aufgestellt. Passen sie nicht auf, sind sie mausetot.

Es gibt schon merkwürdige Dinge: Da sollten Schulkinder im Kunstunterricht Kühe malen. Das taten sie auch. Aber alle waren lila gefleckt – wie die Kuh aus der Schokoladenwerbung. Eine echte Kuh hatten die lieben Kleinen offensichtlich noch nie gesehen. Würden sie die Aufgabe bekommen, eine Maus zu malen, käme vermutlich eine Computermaus dabei heraus. Oder das putzige Trickfilmtier aus der "Sendung mit der Maus". Oder Micky Maus. Oder die Diddl-Maus.

Die gemeine Hausmaus

Eine Zeichnung mit einer Diddl-Maus

Besonders beliebt bei Mädchen, die Diddl-Maus

Vielleicht ist das so, weil man Mäuse nicht sehr oft zu Gesicht bekommt. Es sei denn, man trifft zufällig auf sie, wenn man zum Beispiel in den Keller möchte. Denn dort hält sich das gemeinhin als Hausmaus bekannte Tier am liebsten auf. Besonders in der Nacht wird sie richtig aktiv. Die gemeine Hausmaus hat noch viele Brüder und Schwestern, die im Wald als Waldmäuse, auf Feldern als Feldmäuse leben oder in Savannen und zwischen Felsen unterwegs sind.

Diese kleinen Nager, die meist grau oder braun sind, tragen einen der ältesten Tiernamen überhaupt: ob als muis, s oder mouse – in nahezu allen indogermanischen Sprachen huschte die Maus unverwechselbar durch die Jahrhunderte.

Mausetote und arme Kirchenmäuse

Maus knabbert an einem Euro

Keine Reichtümer angehäuft!

Das Verhältnis des Menschen zur Maus ist zwiespältig. Das kleine Pelztier steht für Positives und Negatives. Meist überwiegt jedoch das Negative. So gilt die Maus in bestimmten Regionen des indischen Subkontinents als Begleiterin des Todesgottes. Hat er jemanden in sein Reich geholt, dann ist derjenige mausetot. Ganz tot.

Ob der dann aber auch ein anständiges Begräbnis erhält, hängt davon ab, ob genug Mäuse vorhanden sind, will heißen, genug Geld. Denn war der (oder die) Tote arm wie eine Kirchenmaus, lebte also in bescheidenen Verhältnissen, wird er lediglich in einem schlichten Sarg bestattet. Mäuse, die in Kirchen leben, haben es nämlich schwer. In Kirchen gibt es im Allgemeinen so gut wie nichts zu fressen, geschweige denn Speisekammern, in denen man es sich gut gehen lassen könnte.

Graue Mäuse und spielende Katzen

Eine Frau sitzt am Tisch, die Hand aufgestützt, rechts und links von ihr zwei Stapel Papier

Graue Mäuse werden meist nicht wahrgenommen

Auch graue Mäuse fristen ein trübes Dasein. Das sind normalerweise Frauen, die im alltäglichen Leben kaum auffallen und ihre Arbeit unauffällig erledigen. Sie sind unscheinbar und für die meisten anderen Menschen uninteressant. In der Regel trauen sie sich nicht, ihre eigene Meinung zu sagen und fügen sich widerstandslos. Bei Kritik würden sie sich am liebsten in das nächste Mauseloch verkriechen, um nicht mehr wahrgenommen zu werden – wie die richtigen Mäuse, die vor einer Katze flüchten.

Oder jemand hat mit diesen grauen Mäusen Katz und Maus gespielt, hat ihnen vorgespielt, etwas zu empfinden, um sie dann, wenn es drauf ankommt, im Regen stehen zu lassen. Manche würden in solchen Situationen gerne Mäuschen spielen und unbemerkt zuhören oder zusehen. Wenn es dann mäuschenstill wäre, bekäme man auch etwas mit. Auf einer lauten Party würde sich das schon schwieriger gestalten. Und das wäre wirklich zum Mäusemelken!

Weiße Mäuse im Polizeidienst

Zwei Bronzefiguren halten ihre Ohren an eine Steinwand

Mäuschen spielen ...

Schlimm, wenn man anschließend nichts zu erzählen hätte: "Weißt du schon? Diese graue Maus, Adelheid. Die und der fesche Thomas, die haben doch allen Ernstes …" Schade! Ja – und letztendlich käme dann heraus, dass die Adelheid und der Thomas doch nichts miteinander hatten. Wie so oft im Leben und in der Politik: Der Berg kreißt und gebiert eine Maus. Am Ende kommt doch nur heraus, dass sich die beiden rein dienstlich unterhalten hatten.

Es gibt unter den Menschen aber nicht nur graue, sondern auch weiße Mäuse. Und diese sollten tunlichst nicht weiße Mäuse sehen. In der Umgangssprache sind weiße Mäuse Polizisten auf Motorrädern, die meist hohe Staatsgäste begleiten. Und wenn diese zum Beispiel nach Alkoholgenuss Dinge sehen würden, die nicht vorhanden wären, könnten sie sicher sein, bald das zu hören: Aus die Maus! Da beißt die Maus keinen Faden ab! Das war's im Polizeidienst. Das ist nicht zu ändern.

Mit Mann und Maus

Eine Mausefalle mit Käse

Das kann's schnell heißen: Aus die Maus!

Trost könnten sie dann in den Armen ihres Mäuschens finden. Mäuschen ist einer der zahlreichen Kosenamen für Frauen, aber auch für Kinder. Das Mäuschen schlägt dann bestenfalls vor, erst mal gemeinsam wegzufahren – mit Mann und Maus, mit der gesamten Familie.

Kurz entschlossen wird alles gepackt. Vorsichtshalber werden im Haus noch schnell Mausefallen aufgestellt. Man kann ja nie wissen, ob die Mäuse nicht doch aus ihren Löchern kommen, wenn die Katze aus dem Haus ist – im übertragenen Sinn versteht sich. Dann nämlich tanzen die Mäuse gerne auf dem Tisch. Sobald der Aufpasser das Haus verlässt, wird die erste Gelegenheit genutzt, um Unsinn zu treiben.

Tanzende Mäuse

So wie die kleinen putzigen Nagetiere. Herrscht erst einmal Ruhe im Haus, rennen sie aus ihren Mauselöchern heraus und machen sich über die Vorräte her. Es sei denn … Ja, diese bösen Mausefallen. Sind die Verlockungen zu groß, dann heißt es zuletzt: Aus die Maus! Ein reales Mäuseleben kann – zumindest in einem Haus – sehr kurz sein.


Fragen zum Text

Wenn jemand ganz tot ist, dann …

1. ist er/sie mäuschenstill.

2. ist er/sie mausetot.

3. sieht er/sie weiße Mäuse.

Jemand, der nicht wahrgenommen werden will, der …

1. verkriecht sich in das nächste Mauseloch.

2. schreit laut: Das ist ja zum Mäusemelken!

3. spielt Katz und Maus.

Die Redewendung Da beißt die Maus keinen Faden ab bedeutet, dass …

1. etwas nicht zu ändern ist.

2. der Faden an einer Mäusefalle nicht durchgebissen werden kann.

3. etwas unbedingt erledigt werden muss.


Arbeitsauftrag

Schreiben Sie eine Geschichte unter dem Titel: "Wenn die Katze aus dem Haus ist, tanzen die Mäuse auf den Tischen". Nehmen Sie eine Maus als Hauptfigur, geben Sie ihr einen Namen. Erzählen Sie, was diese Maus so alles in dem Haus erlebt, in dem sie sich versteckt hält.

Autorin: Beatrice Warken

Redaktion: Eva-Maria Hewig

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