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Europa

"Augen im All"

Es ist ein 360-Grad-Film, den Studenten und Professoren der Fachhochschule Kiel gedreht haben. Das Thema: "Augen im All" – von Galileis selbstgebautem Teleskop bis zu heutiger moderner Technik.

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360 Grad All umgeben den Zuschauer von "Augen im All"

64 Menschen sitzen unter einem beeindruckenden Sternenhimmel – und doch ist über ihnen die Kuppel des Kieler Mediendoms. Die Planetariumshow "Augen im All" macht das mit einer 360 Grad-Projektion möglich. Für die Zuschauer beginnt nun eine Zeitreise zurück zu Galileo Galilei ins 17. Jahrhundert, der mit seinem selbstgebauten Teleskop den Sternenhimmel beobachtet und entdeckt, dass sich die Erde um die Sonne dreht.

Raketenstart von nebenan

Eine Rakete startet

Nur wenige Meter vom Zuschauer entfernt startet eine Rakete

Vom selbstgebauten Teleskop geht es weiter bis zu den modernen Weltraumteleskopen von heute. In dem 45-minütigen Film wird erklärt, wie sie funktionieren und ins All gelangen. Dazu gehört natürlich auch ein beeindruckender Raketenstart, bei dem die Zuschauer nur wenige Meter entfernt sitzen – mit dem Gefühl, direkt dabei zu sein und den Boden vibrieren zu spüren.

Die Idee, einen solchen Film zu drehen, habe die Europäische Weltraumbehörde (ESA) gehabt, erzählt Michael Witting von der ESA. Es sei ein guter Weg, Eigenwerbung zu machen. "Und es ist es auch ein Weg, die Zusammenarbeit mit Institutionen wie Planetarien zu suchen, die der Raumfahrt im Moment nicht so zugewandt sind", erklärt er weiter. Für die Umsetzung hat sich die Fachhochschule Kiel beworben – und die ESA mit ihrem Konzept überzeugt.

Komplizierte Inhalte einfach verständlich

Touching the Edge Pressebilder

Überreste des Urknalls können mit spezieller Technologie sichtbar gemacht werden

Mit "Augen im All" ist es zum ersten Mal gelungen, Schauspieler in Planetariumsshow zu integrieren. Die Inhalte seien von den Schauspielern so umgesetzt worden, dass man sie auch den Laien erklären konnte, sagt Witting. "Ich hätte eigentlich erwartet, dass es nicht so einfach ist, so etwas darzustellen. Aber das hat mich sehr beeindruckt."

Als Regisseur konnte die Fachhochschule Kiel Wilfried Hauke gewinnen. "Das hier ist etwas ganz Wunderbares, das es bisher noch nicht gegeben hat", schwärmt der Regisseur. Es habe Spaß gemacht, mit jungen Leuten Ideen auszutauschen und nicht zu wissen, wie der Film nachher wirklich aussehe. "Riesen Kompliment an diese vielen jungen Leute, die mit ihren Computer- und ihren Designkenntnissen so etwas zustande gebracht haben. Ich bin froh, dass ich da als Filmregisseur dabei sein durfte."

Ein Kraftakt mit Erfolg

Zwei Männer beugen sich über einen Tisch - sie tragen Kleidung aus dem 17. Jahrhundert

Bei Galilei Galilei startet die Reise in die Sternenhimmel-Expedition

Diese jungen Leute, von denen Hauke spricht, sind Studenten der Fachhochschule Kiel. Sie arbeiteten leidenschaftlich und Tag und Nacht an dem Projekt. Joachim Perschbacher war zum Beispiel an den Computeranimationen beteiligt. Und obwohl - oder gerade weil - er einer der Macher ist, konnte er die bombastischen Bilder erst sehr spät so richtig genießen. Er habe überall Fehler gesehen, die er verbessern wolle, sagt der Student. "Aber wenn der Film wie jetzt in 30 Häusern läuft und man nichts mehr ändern kann, dann kommt man auch zu so einem Punkt, wo man sagt: Ja, es ist schön geworden."

Das scheinen auch andere zu finden: Mittlerweile gibt es Anfragen von Planetarien verschiedener Länder. Deshalb wird der Film nun in diverse Sprachen übersetzt – und die Show "Augen im All" geht auf Welttournee.

Autor: Dennis Brandau
Redaktion: Julia Kuckelkorn / Mareike Röwekamp

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