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Asien

Auftakt zur Volkszählung in Indien

In Indien hat die bislang größte Volkszählung in der Geschichte des Landes begonnen. Erstmals sollen dabei auch biometrische Daten erhoben werden.

Präsidentin Prathibha Patil war die Erste bei der Registrierung (Foto: AP)

Präsidentin Prathibha Patil war die Erste bei der Registrierung

Den Anfang machte die Präsidentin selbst: Am Morgen wurde Prathibha Patil offiziell als erste Bürgerin registriert. Es war der Auftakt für eine wahrhaft gigantische Zählaktion, die sich über Monate erstrecken wird - bis alle der mehr als 1,1 Milliarden Bürger statistisch erfasst sind. Auch die Millionen von Obdachlosen, die in Parks oder unter den Brücken der Städte leben, sollen dabei mit berücksichtigt werden.

Mammutprojekt mit langer Tradition

Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, sind allein 2,5 Millionen Mitarbeiter von diesem Donnerstag (01.04.2010) an damit beschäftigt, überall im Land auszuschwärmen. Sie verzeichnen Nationalität und Familienstand der Menschen ebenso wie Daten über die Zahl der Kontoinhaber und Handybesitzer. Und: Zum ersten Mal sammeln sie außerdem biometrische Daten: Jeder Einwohner über 15 Jahren wird fotografiert und muss seinen Fingerabdruck abgeben.

Totale auf verschwommene Menschenmenge (Foto: AP)

Volkszählungen finden in Indien seit 1872 in regelmäßigen Abständen statt, zum letzten Mal 2001. Damals wurden rund 1,03 Milliarden Menschen registriert. Das Land ist stolz auf diese Tradition - und darauf, dass sie allen äußeren Umständen zum Trotz immer stattgefunden hat. "Weder Überschwemmungen noch Trockenheit oder Kriege haben uns je davon abgehalten", erklärt der für die Erfassung verantwortliche Spitzenbeamte. Und Indiens Innenminister Palaniappan Chidambaram bezeichnete die diesjährige Volkszählung sogar als "größtes Projekt seit Entstehung der Menschheit".

Kinder beim Schulgebet (Foto: AP)

Auch sie werden statistisch erfasst: Schulkinder beim Gebet

Großer Aufwand, hohe Kosten

Die Volkszählung soll in knapp einem Jahr abgeschlossen sein und wird voraussichtlich umgerechnet knapp eine Milliarde Euro kosten. Und noch eine Zahl gibt es im Zusammenhang mit der Registierung zu vermelden: Der Papierverbrauch in Indien steigt durch die Volkszählung rapide an, die monatelange Erhebung wird womöglich mehr als elf Tonnen Papier verschlingen.

Autorin: Esther Broders
Redaktion: Thomas Latschan

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