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Nahost

Aufständische greifen Polizei-Station in Bagdad an

Gegner der amerikanischen Besetzung Iraks haben erneut mehrere Anschläge im Zentrum von Bagdad verübt. Der November ist mittlerweile zum blutigsten Monat für die USA im Irak geworden; 60 US-Soldaten starben dort.

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Bereits im Oktober wurde diese Bagdader Polizei-Station Ziel eines Anschlags

Vor einer Polizeiwache, einer Busstation und einem dritten Ziel kam es nach Angaben einer Militärsprecherin am Dienstagabend (25.11.2003) zu heftigen Explosionen. Angaben über Tote oder Verletzte lagen nicht vor. Die Anschläge lösten einen Alarm in der "Grünen Zone" aus, in der die wichtigsten Einrichtungen der US-Streitkräfte liegen.

Zerstörtes UN Gebäude in Bagdad, Irak

Zerstörtes UN Gebäude in Bagdad, Irak (Archiv)

Der November war für die US-Truppen der bisher blutigste Monat seitdem US-Präsident George W. Bush die Hauptkampfhandlungen am 1. Mai für beendet erklärt hat. Im ganzen Land kamen mehr als 60 US-Soldaten ums Leben. Allerdings sei die Zahl der Angriffe auf etwa 30 am Tag zurückgegangen, sagte am Dienstag US-Oberst William Darley. Dies sei zwar niedriger als vor etwa zwei Wochen mit täglich 40 Attacken, entspreche aber der Situation im Oktober und bedeute verglichen mit August und September immer noch ein erhöhtes Maß an akuter Gefährdung.

Landsleute im Visier

Nach Einschätzung der US-Zivilverwaltung geraten in dem Land immer mehr die Iraker selbst ins Visier der Aufständischen. "Früher herrschten Angriffe gegen die Koalitionstruppen vor, nunmehr kommt es regelmäßig zu terroristischen Angriffen gegen Iraker", sagte der Chef der Zivilverwaltung, Paul Bremer, am Dienstag in Bagdad.

Der Zivilverwalter sieht dies als Hinweis darauf, dass die Aufständischen ihre Taktik geändert haben. In den vergangenen Wochen waren zahlreiche Kommunalpolitiker, Polizisten und Iraker, die mit den Besatzungsmächten kooperieren, getötet worden.

Koalitionstruppen bleiben

Bremer erklärte, die US-Verwaltung halte weiter daran fest, mehr und mehr Iraker für die neuen irakischen Sicherheitsorgane auszubilden. Die Präsenz der US-Truppen im Irak werde aber auch nach der geplanten Übergabe der Souveränität an eine provisorische irakische Regierung Mitte nächsten Jahres nötig sein. "Wir gehen davon aus", sagte Bremer, "dass die provisorische Regierung Koalitionstruppen im Land wird haben wollen."

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sagte in Washington, sein Ministerium diskutiere mit der US-Zivilverwaltung darüber, ob möglicherweise ganze Einheiten der aufgelösten irakischen Armee wieder einberufen werden könnten. Er schloss nach Angaben des US- Fernsehsenders CNN jedoch aus, dass höhere, Saddam Hussein nahe stehende Offiziere wieder aktiviert werden.

Keine neue Resolution

Entgegen den Forderungen des irakischen Regierungsrats will sich die US-Regierung jedoch nicht auf eine neue UN-Resolution zur Billigung des Zeitplans für die Machtübergabe im Irak festlegen. Die Frage müsste "zum geeigneten Augenblick" mit dem irakischen Regierungsrat und dem UN-Sicherheitsrat geprüft werden, sagte US-Außenamtssprecher Richard Boucher am Dienstag. Die Initiative für eine neue UN-Resolution sei allein von der irakischen Seite ausgegangen. Washington wolle "nach und nach" entscheiden.

Der irakische Regierungsrat hatte den mit Washington abgestimmten Zeitplan für eine Machtübergabe zuvor offiziell dem UN-Sicherheitsrat zur Billigung vorgelegt. Der Zeitplan fordert auch eine neue UN-Resolution, die die vollständige Machtübergabe bis Ende 2005 festschreibt. Die UNO hatte den Übergangsrat beauftragt, bis Mitte Dezember einen Zeitplan vorzulegen. (mas)

  • Datum 26.11.2003
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  • Permalink http://p.dw.com/p/4N7K
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