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Aktuell Afrika

Aufständische dringen in Timbuktu ein

Tuareg-Rebellen im Norden Malis sind kurz davor, auch die letzte Stadt unter Armee-Kontrolle zu erobern: Timbuktu. Militärjunta-Chef Sanogo steht zunehmend unter Druck. Ab sofort gilt wieder die Verfassung.

Nach der Einnahme der Städte Gao und Kidal im Nordosten von Mali sind die Tuareg-Rebellen am Sonntag in die Stadt Timbuktu eingedrungen. Augenzeugen berichteten, wie sie Rebellen in der Stadt gesehen hätten, und Schusswechsel hörten. El Hadj Baba Haidara, ein Mitglied des Parlaments in Timbuktu, sagte der Nachrichtenagentur Reuters, dass die Rebellen bereits ihre Flagge im Norden der Stadt aufgestellt hätten.

Die Tuareg-Rebellen hatten die Eroberung Timbuktus angekündigt. Timbuktu werde eingekreist, um die in der Stadt verbliebene "politische und militärische Verwaltung" der malischen Regierung zu "vertreiben", erklärte die Nationale Befreiungsbewegung von Azawad (MNLA) in einer im Internet veröffentlichten Erklärung. Übereinstimmenden Angaben zufolge arbeiteten die Rebellen dabei mit einer islamistischen Gruppe zusammen.

Timbuktu (Foto. picture-alliance/Lonely Planet)

Timbuktu - letzte Bastion der malischen Regierung im Norden des Landes

Junta unter Druck

Kurz vor Ende eines Ultimatums der Nachbarstaaten Malis am Montag hat der Chef der Militärjunta, Amadou Haya Sanogo, einer Forderung nachgegeben. Am Sonntag setzte er die Verfassung wieder in Kraft, die seit dem Staatsstreich am 21. März suspendiert war. Sanogo hatte mit Soldaten den Präsidentenpalast von Amadou Toumani Touré gestürmt und ihn gestürzt.

Sanogo hat nun auch angekündigt, eine Nationalversammlung einzuberufen. Diese soll die nächsten Wahlen organisieren. Wann diese stattfinden sollen, nannte er jedoch nicht. Die Nachbarstaaten des westafrikanischen Landes haben mit Finanzsanktionen gedroht, sollte Sanogo die Macht nicht schnellstens an eine zivile Regierung wieder abgeben.

Kampf für die Unabhängigkeit

Video ansehen 01:02

Die Situation in Mali eskaliert

Sanogo hatte die Armee zuvor angewiesen, die Kämpfe um Gao "nicht zu verlängern" und die Stadt damit faktisch aufgegeben. Zuvor hatten die Rebellen die Stadt Kidal eingenommen, die Armee zog sich daraufhin auch aus den strategisch wichtigen Ortschaften Ansogo und Bourem zurück.

Vor dem Sturz des Präsidenten hatten die Soldaten eine bessere Ausrüstung für den Kampf gegen die für Autonomie kämpfenden Tuareg-Rebellen im Norden von ihm verlangt. Als dieser der Forderung nicht nachkam, stürmten sie den Präsidentenpalast in Bamako.

Das über mehrere Staaten verteilte Nomadenvolk der Tuareg hatte in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder gewaltsam aufbegehrt. Die Rebellen kämpfen für die Unabhängigkeit ihrer Region Azawad. Das Wüstengebiet erstreckt sich in Mali vom Westen bis in den Norden und umfasst auch Teile Nord-Nigers und Süd-Algeriens.

pg/uh/nis (afp, dapd)

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