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Wirtschaft

Aufschwung aus München

Die Rettung kam an diesem Mittwoch Morgen um 10 Uhr aus München. Da gab das ifo-Institut seinen Geschäftsklima-Index bekannt.

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Auf und ab in Frankfurt

Eigentlich keine gute Nachricht, denn der Index sank im Vergleich zum Vormonat von 88,8 auf 88,2 Punkte. Damit hatten die meisten Volkswirte in etwa gerechnet. Dass die Börse dennoch euphorisch auf die Meldung reagierte, lässt sich nur dadurch erklären, dass man insgeheim wohl viel schlechtere Zahlen befürchtet haben muss. Traditionell wird der ifo-Index an den Börsen als zuverlässiger Frühindikator geschätzt. Er stützt sich auf eine Umfrage bei 7.000 Firmen.

Auf jeden Fall war dieser Mittwoch ein Tag, an dem endlich mal wieder gut gelaunte Gesichter und viele Pluszeichen die Börse prägten. Der DAX stieg auf breiter Front um 3,1 Prozent auf 2.963 Punkte. Der Nemax50 konnte sich ebenfalls erholen. Er legte gegenüber seinem Allzeittief vom Vortag um 14 Punkte oder 4 Prozent auf 358 Zähler zu.

Vor allem die in den vergangenen Tagen verprügelten Aktien konnten zulegen. So eine Gewinner-Liste hat man schon lange nicht mehr gesehen: TUI plus 7,6 Prozent; MLP plus 7,7; HypoVereinsbank plus 7,9; Epcos plus 9,1 Prozent und Infineon plus 9,2 Prozent.

Nun hat offenbar die nach den drastischen Kursverlusten der vergangenen Tage erwartete technische Reaktion eingesetzt. Inzwischen sind die Aktien so günstig geworden, dass die Investoren wieder einsteigen. Der Beginn einer andauernden Erholungsphase dürfte dies aber kaum gewesen sein. Dazu ist das weltwirtschaftliche Umfeld mit schwachem Wachstum in den USA, Japan und Europa einfach zu schlecht. Außerdem hängen der drohende Irak-Krieg und die steigenden Ölpreise wie ein Damokles-Schwert über den Börsenkursen.

Bei der Allianz zeichnet sich offenbar ein Umbau ihres Bankgeschäftes ab. Der Chef der zur Allianz gehörenden Investmentbank Dresdner Kleinwort Wasserstein, Leonhard Fischer, ist zurückgetreten. Die Allianz-Aktie legte daraufhin 6,5 Prozent zu. Der Rücktritt könnte ein Zeichen dafür sein, dass sich die Allianz vom hoch defizitären Investmentbanking der Dresdner Bank trennen will. Seit längerem wird gemunkelt, die Allianz sei eher am Filialnetz und dem Massenkundengeschäft der Dresdner interessiert als an deren Investment-Banking-Aktivitäten mit börsennotierten Firmen.

Der Software-Konzern SAP muss weiter Kosten senken, um sein selbst gesetztes Ziel einer operativen Gewinnspanne von 21 Prozent im laufenden Jahr zu erreichen. Das gab das Unternehmen bekannt. Nicht gerade zur Freude der Aktionäre: Das SAP-Papier sank gegen den Marktrend um 3,5 Prozent.

Das Plus bei den Aktien drückte die Anleihen ins Minus: Der Bund-Future schloss mit einem Verlust von 0,4 Prozent bei 112,25 Punkten. Die Umlaufrendite stieg auf 4,11 Prozent. Am Vortag hatte sie noch 4,09 Prozent betragen.

Die Diskussion über eine Änderung des Stabilitätspaktes schadet dem Euro. Er verlor leicht gegenüber den wichtigen Weltwährungen. Nach den Referenzkursen der Europäischen Zentralbank entsprach ein Euro:

0,9771 US-Dollar, 0,6271 Britische Pfund und 119,99 Japanische Yen.

Die Dax-Kurse im Einzelnen - in Euro und ohne Gewähr:

Altana 39,28 (+ 0,98)

adidas-Salomon 66,61 (+ 0,81)

Allianz 102,87 (+ 6,27)

BASF 36,71 (+ 0,70)

Bayer 18,98 (+ 0,63)

HypoVereinsbank 16,22 (+ 1,19)

BMW 32,11 (+ 0,25)

Commerzbank 7,67 (+ 0,13)

DaimlerChrysler 35,97 (+ 1,26)

Deutsche Bank 50,85 (+ 1,18)

Deutsche Post 9,27 (+ 0,26)

Deutsche Telekom 9,75 (+ 0,60)

E.ON AG 45,80 (+ 2,27)

EPCOS 8,84 (+ 0,74)

Fresenius Med. Care 22,79 (+ 0,45)

Henkel 65,90 (+ 2,00)

Infineon Techno 7,01 (+ 0,59)

Linde 36,45 (+ 0,90)

Lufthansa 9,68 (- 0,12)

MAN 14,92 (- 0,37)

Metro 18,60 (- 0,28)

MLP 8,92 (+ 0,64)

Münchener Rück 112,99 (+ 1,79)

TUI AG 17,30 (+ 1,22)

RWE 30,24 (+ 0,93)

SAP 51,72 (- 1,85)

Schering 49,80 (+ 0,39)

Siemens 38,32 (+ 0,82)

ThyssenKrupp 11,20 (+ 0,33)

VW 36,64 (+ 0,52)

  • Datum 25.09.2002
  • Autorin/Autor Johannes Beck
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  • Permalink http://p.dw.com/p/2hTt
  • Datum 25.09.2002
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