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Nahost

Aufruf zum Kampf

Saddam Hussein hat in einer im irakischen Fernsehen als "historisch" angekündigten kämpferischen Rede einen "baldigen Sieg" angekündigt. Die USA und Großbritannien setzen indes ihren Vormarsch auf Bagdad fort.

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Auftritt im irakischen Fernsehen: Saddam Hussein

Der irakische Staatschef Saddam Hussein hat in einer am Montag (24.3.03) vom irakischen Fernsehen übertragenen Ansprache die Iraker aufgefordert, ihren Widerstand gegen die amerikanischen und britischen Soldaten fortzusetzen. Er kündigte einen "baldigen Sieg über das Böse an".

Die Einwohner von Bagdad, Basra, Mosul und El Muthanna forderte Saddam zur Geduld auf. An seine Soldaten gewandt erklärte er, sie fügten dem Feind jeden Tag Verluste zu. Mit der Zeit werde der Feind noch größere Verluste erleiden. "Wir werden es so schmerzvoll wie möglich machen."

Der irakische Präsident saß während seiner Rede vor einem weißen Vorhang, der aussah wie ein Bettlaken. Dies deute darauf hin, dass er jeden Hinweis auf seinen Aufenthaltsort vermeiden wolle, erklärten arabische Beobachter, die außerdem überzeugt waren, dass er selbst gesprochen hat und nicht einer seiner Doppelgänger. Seit Beginn des Krieges hatte es Gerüchte darüber gegeben, ob Saddam durch einen gezielten Militärschlag am Donnerstag (20.02.03) getötet worden war.

Neue Kämpfe

Unterdessen haben die US-geführten Streitkräfte ihre Luftangriffe auf die irakische Hauptstadt Bagdad und die Stadt Mosul im Norden fortgesetzt, berichten Nachrichtenagenturen. Die Luftangriffe hielten nach Angaben des arabischen Fernsehsenders El Dschasira bis zum Nachmittag an. Im Stadtgebiet von Bagdad ereigneten sich mehrere Explosionen.

Britische Fernsehsender zeigten am Montagmittag Livebilder vom Start mehrerer US-Langstreckenbomber vom Typ B-52. Die Maschinen können Irak in etwa sechs Flugstunden erreichen und jeweils bis zu 7000 Tonnen Bomben laden.

US-Truppen stießen bei ihrem Vormarsch auf heftigen Widerstand. Gefechte wurden aus der Gegend um den schiitischen Wallfahrtsort Kerbala etwa 80 Kilometer südlich von Bagdad gemeldet, berichtete der britische Sender BBC. Auch in der Hafenstadt Umm Kasr und der südirakischen Stadt Basra leisteten irakischen Einheiten Gegenwehr. Im südirakischen Fao wurden die alliierten Soldaten in der Nacht nach Angaben von El Dschasira in Straßenkämpfe verwickelt.

Spekulationen über Chemiefabrik

Ungewissheit herrscht weiter über eine verdächtigte Chemiefabrik in der Stadt Nadschaf südlich von Bagdad, die US-Einheiten nach Medienberichten erobert haben sollen.

Nach Meldungen des US-Senders CNN ist die Anlage in der Hand der amerikanischer Soldaten. Nach Vermutungen des amerikanischen und britischen Geheimdienstes soll die Anlage angeblich zur Herstellung von Chemiewaffen gedient haben. Dies werde untersucht, hieß es.

Die Anlage, zu der neben der möglichen Chemiewaffen-Fabrik auch Kasernen gehören, ist den Berichten zufolge rund 40 Hektar groß und durch einen elektrischen Zaun gesichert. Der Komplex sei so getarnt worden, dass er aus der Luft nicht habe entdeckt werden können. (kas)

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  • Datum 24.03.2003
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