1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Welt

Aufruf zu schnellerem Handeln nach Bonner Klimakonferenz

Fünf Monate nach dem Abschluss des Pariser Klimaabkommens ist die Begeisterung für die Beschlüsse noch nicht verflogen. Nur das Tempo, in dem die Abmachung umgesetzt werden soll, muss steigen.

Monument Stonehenge (Foto: Getty)

Der Jahrtausende alte Steinkreis von Stonehenge in England ist auch akut vom Klimawandel bedroht

Die Freiheitsstatue, Stonehenge, Venedig und der ugandische Nationalpark Bwindi sind akut vom Klimawandel bedroht: Die Vereinten Nationen haben 31 Welterbestätten aufgelistet, die durch den steigenden Meeresspiegel, Stürme, Dürren und andere Auswirkungen der Erderwärmung gefährdet sind. Demnach bekommen alle untersuchten Stätten bereits die Folgen der Klimaveränderung zu spüren.

Forscher der Union of Concerned Scientists (UCS) hatten gemeinsam mit der UN-Kulturorganisation UNESCO und dem UN-Umweltprogramm UNEP 31 Stätten in 29 Ländern untersucht. Darunter waren Korallenriffe, Regenwälder, Wüsten und archäologische Stätten. "Klimawandel wird rasch zu einer bedeutenden Bedrohung für die Welterbestätten", erklärten die Forscher nun.

Porträt Freiheitsstatue New York Lady Liberty (Foto: Fotolia)

Die Erderwärmung setzt laut UN auch Miss Liberty in New York zu

Erderwärmung auf 2 Grad begrenzen

Mitte Dezember hatten sich in Paris erstmals nahezu alle Staaten der Erde auf einen

verbindlichen Weltklimavertrag geeinigt.

Zentrales Ziel ist es, die durch Treibhausgase verursachte Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius zu begrenzen. Aber laut Forschern drohen selbst bei einem Temperaturanstieg von zwei Grad schwere Folgen.

Mit einem eindringlichen Aufruf zu stärkerem und vor allem beschleunigtem Handeln endete denn auch in Bonn die erste Klimakonferenz seit dem Pariser Abkommen. Der "Geist von Paris" sei in Bonn deutlich spürbar gewesen, so das UN-Klimasekretariat. Doch müsse mehr unternommen werden,

damit der Verbrauch von klimaschädlichen Energieträgern wie Öl und Gas deutlich reduziert wird.
Italien Venedig bei Hochwasser (Foto: dpa)

Acqua alta: Auch ohne steigenden Meeresspiegel ist Venedig mindestens zwei Mal im Jahr überschemmt

Beschlüsse müssen umgesetzt werden

Während des elftägigen Treffens am Rhein habe es deutliche Fortschritte dabei gegeben, die Beschlüsse von Paris in ein konkretes "Regelwerk" umzusetzen. Auch Umweltschützer zogen eine positive Bilanz. Die Bonner Konferenz habe "den Geist einer neuen Zeit" geatmet, urteilte der Greenpeace-Klimaexperte Martin Kaiser. Jan Kowalzig von der Hilfsorganisation Oxfam sagte: "Die Verhandlungen waren von konstruktiver und arbeitsamer Stimmung geprägt - allerdings auch deswegen, weil die schwierigen politischen Themen nicht auf der Tagesordnung standen."

Grüne kritisieren Energiepolitik der Regierung

Harte Kritik an der Bundesregierung übte der Grünen-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Anton Hofreiter. "Die Bundesregierung redet grün und handelt schwarz", bemängelte er. "In Deutschland

hat die Kohle weiter Vorfahrt, und die erneuerbaren Energien werden ausgebremst."
Insel der Malediven (Foto: dpa)

Inselstaaten wie die Malediven bekommen die Folgen schmelzender Polkappen infolge der Erderwärmung direkt zu spüren

Mit der Ratifizierung hapert es

Damit der Vertrag in Kraft treten kann, müssen ihn mindestens 55 Staaten unterzeichnen und ratifizieren, die wenigstens 55 Prozent des globalen Treibhausgasausstoßes verursachen. Bislang haben das Abkommen gerade einmal 17 Länder ratifiziert. Dabei handelt es sich fast ausschließlich um kleine Inselstaaten, denen das Wasser -bildlich gesprochen- schon jetzt bis zum Hals steht.

Die anderen haben es nicht ganz so eilig. "Wir planen, dass es dieses Jahr durchs Parlament geht", teilte Andreas Kübler, Sprecher des Bundesumweltministeriums, mit. Ungefähr zum Jahreswechsel könne der Bundespräsident dann das entsprechende Gesetz unterschreiben. Die nächste UN-Klimakonferenz ist für November in Marrakesch in Marokko geplant.

uh/qu (dpa, afp, rtr)

Die Redaktion empfiehlt