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Journalisten bleibt draußen

Aufregung über Präsident Macrons neue Presseregeln

Vorsicht, was ihr sagt: Präsident Macron rief seine Minister auf, Diskretion gegenüber der Presse zu bewahren. Journalisten haben keinen freien Zugang mehr zum Élysée-Palast und nur wenige Reporter dürfen noch mitreisen.

Nach seinem Wahlsieg haben die französische Presse und internationale Medien Frankreichs neuen Präsidenten Emmanuel Macron gefeiert. Nun hat sich Macron mit seiner Entscheidung, den Umgang seiner Regierung mit Journalisten strikter zu regeln, ersten Ärger mit den Medien eingehandelt.

Was war passiert?

Während der ersten Kabinettssitzung am Donnerstag wurden die Medien aus dem Innenhof des Elysée-Palasts verwiesen - unter Macrons Vorgängern konnten sie die Minister gleich im Anschluss an die Sitzung interviewen und filmen.

Doch dann sorgten Versuche des Elysée-Presseamts, die Journalisten selbst auszusuchen, die Macron an diesem Freitag bei seiner Reise ins westafrikanische Mali begleiten sollten für besondere Empörung. Das Presseamt trat direkt mit den Journalisten in Kontakt, statt den Redaktionen wie üblich die Wahl selbst zu überlassen.

Élysée-Palast rudert zurück

Nach Kritik französischer Medien und von Journalistenvereinigungen bekannte sich der Élysée-Palast zur Pressefreiheit. Bei der Vorbereitung von Macrons Reise nach Mali seien nicht bestimmte Medienvertreter ausgewählt worden, schrieb der Élysée-Palast nach Angaben der Organisation Reporter ohne Grenzen. Der Präsidentenpalast habe nicht vor, die Arbeit von Redaktionen zu übernehmen, hieß es nach veröffentlichten Auszügen des Schreibens. Macron wolle den Élysée jedoch für spezialisierte Journalisten öffnen, die auf die Arbeit des Präsidenten einen anderen Blick hätten.

Zurückhaltung gegenüber Pressevertretern

Seit seinem Amtsantritt am vergangenen Sonntag hat Macron seine Kontakte mit Journalisten deutlich zurückgefahren. Seinen Ministern schärfte er ein, größere "Diskretion" walten zu lassen und nicht alles sofort an die Medien weiterzugeben.

Regierungssprecher Christophe Castaner rief die Medien dazu auf, sich an einen Präsidenten zu gewöhnen, der sich bei seinen Äußerungen "beherrsche" und in seinem eigenen "Rhythmus" und auf seine eigene Weise "zu den Franzosen" spreche. Er spielte damit indirekt auf die Kritik an Macrons Amtsvorgänger François Hollande an, der viel Zeit mit Gesprächen mit Journalisten verbrachte. In Begleitung von 25 Journalisten traf Macron unterdessen in Mali, seiner ersten Auslandsreise außerhalb Europas, ein. 

pab/uh (afp, dpa)