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USA

Aufnahmestopp für Transgender in US-Armee in Kraft

Nun ist es amtlich: US-Präsident Trump hat die Direktive unterzeichnet, mit der künftig Transgender vom Militärdienst ausgeschlossen sind. Damit ist wieder ein Stück Reformwerk seines Vorgängers Geschichte.

Schon Ende Juli, als US-Präsident Trump seine Entscheidung erstmals bekanntgab, gab es heftige Proteste (Foto: Getty Images/AFP/J. Samad)

Schon Ende Juli, als US-Präsident Trump seine Entscheidung erstmals öffentlich machte, gab es heftige Proteste

US-Präsident Donald Trump hat Transgender vom Militärdienst ausgeschlossen. Er unterzeichnete eine entsprechende Note, in der das Verteidigungsministerium angewiesen wird, eine Entscheidung der Vorgängerregierung von Barack Obama aufzuheben. Der damalige Verteidigungsminister Ashton Carter hatte im Juni 2016 durchgesetzt, dass Transgender nicht mehr vom Militärdienst ausgeschlossen werden dürfen. Er machte es Mitgliedern der Streitkräfte auch möglich, dass sie ihr Geschlecht angleichen können.

Kritik an Trump auch von Republikanern

Transgender ist ein Oberbegriff für Menschen, die sich im falschen Körper geboren fühlen sowie für solche, die sich keinem eindeutigen Geschlecht zuordnen können. Trump sagte, es würden mehr Studien benötigt, um sicherzustellen, dass Transgender nicht die militärische Effektivität hemmten, den Zusammenhalt zerstörten oder die militärischen Ressourcen belasteten. Trump hatte bereits vor einem Monat via Twitter angekündigt, Transgender vom Militärdienst ausschließen zu wollen. Das Militär müsse sich auf den "entscheidenden und überwältigenden Sieg" konzentrieren und könne nicht mit den "enormen medizinischen Kosten" belastet werden, die mit dem Dienst von Transgendern einhergingen, fügte er hinzu. Seine Entscheidung sorgte für Empörung - bei Bürgerrechtlern, aber auch unter Republikanern, der Partei Trumps.

Zukunft der bereits dienenden Transgender-Soldaten unklar

In der US-Armee gilt schon bislang ein Transgender-Verbot. Allerdings war unter Obama angeordnet worden, dieses Verbot mit Wirkung zum 1. Juli dieses Jahres aufzuheben. Das Pentagon hatte diesen Termin dann zu Beginn des Monats bereits provisorisch aufgehoben. Dem US-Verteidigungsministerium wird durch die Note Trumps auch verboten, geschlechtsangleichende Verfahren zu bezahlen - abgesehen von Fällen, bei denen die Behandlung bereits begonnen wurde. Offengelassen wurde, wie bereits dienende Transgender-Soldaten behandelt werden. 

Unter den 1,3 Millionen aktiven Mitgliedern der US-Streitkräfte gab es nach einer Studie des Instituts Rand Corporation im vergangenen Jahr bis zu 6630 Transgender. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Campaign schätzt ihre Zahl hingegen auf 15.000.

sti/rk (dpa, rtr)

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