1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Kultur

Aufbruchstimmung in Regensburg

Was wird sich in unserer Kirche ändern? Das fragen sich viele Katholiken in Regensburg. Mehr Ökumene ist eines der wichtigsten Ziele.

Mit Gottesdiensten und Diskussionsveranstaltungen ist am Freitag der Katholikentag in Regensburg fortgesetzt worden. Der Wunsch nach Veränderungen in der Kirche sei bei dem Laientreffen bereits vielfach deutlich geworden, sagte der Sprecher der reformkatholischen Bewegung "Wir sind Kirche", Christian Weisner. "Das muss aber noch sichtbarer werden", forderte er. Die von Papst Franziskus verbreitete Aufbruchstimmung sei noch nicht überall angekommen. Am Mittag wird Bundeskanzlerin Angela Merkel in Regensburg erwartet. Sie nimmt an einer Diskussionsrunde mit dem Titel "Hat die Welt noch einen Platz für Europa?" teil.

Am Donnerstag waren zur Eröffnung des 99. Katholischen Kirchentages trotz strömenden Regens nach Angaben der Veranstalter rund 10.000 Menschen auf den Regensburger Domplatz gekommen. "Mit Christus Brücken bauen", lautet sein Motto in diesem Jahr.

Unter Verweis auf dieses Leitwort rief Papst Franziskus in einer Grußbotschaft die Besucher auf, Brückenbauer für den Frieden zu werden. Wichtig sei es dabei, "die Sorgen der Ränder - seien es die der Gesellschaft, seien es die der Religion oder der menschlichen Beziehungen - nicht außer Acht zu lassen".

Bundespräsident Gauck forderte in einer Rede die Christen verschiedener Konfessionen zur Einheit auf. "Wir Christen, wir Mitglieder der Kirchen müssen wissen, dass wir in den Staat und die Gesellschaft hinein nur mehr wirken können, wenn wir möglichst mit einer Stimme sprechen", so der Bundespräsident. Die Christen könnten es sich nicht mehr leisten, auf die heutigen Herausforderungen "jeweils mit einer katholischen, einer evangelischen und einer orthodoxen Antwort zu reagieren". Viele Unterschiede zwischen den jeweiligen Kirchen ließen sich "theologisch kaum mehr begründen", sagte Gauck, ehemals evangelischer Pastor.

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück, rief dazu auf, Vielfalt als großen Reichtum der Kirche zu verstehen. Katholikentage seien ein "Spiegelbild der Vielfalt der Lebenssituationen und der Lebenswege", so der ZdK-Präsident. Er kritisierte, in der Kirche sei oft wenig davon zu spüren, dass Christen einander liebten. Häufig gehe es um "Abgrenzung, Abwertung und Ausgrenzung". Glück warnte alle Seiten vor Selbstgerechtigkeit.

Nach der Eröffnungsfeier fand in der Regensburger Altstadt ein "Abend der Begegnung" statt. Der Katholikentag dauert bis Sonntag. Die Organisatoren rechnen mit rund 31.000 Dauerteilnehmern und 50.000 Tagesgästen.

qu/cw/gb (dpa, epd, kna)