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Politik

Aufbruchsignal für den Artenschutz

Nach zähen Verhandlungen hat sich die UN-Artenschutzkonferenz auf Maßnahmen zum Erhalt der biologischen Vielfalt geeinigt. Dem Raubbau an der Natur sei damit ein Ende gesetzt, meint Bundesumweltminister Röttgen.

Orang Utan Mutter füttert ihr Baby (Foto: AP)

Orang-Utans sind vor allem durch Waldrodungen bedroht

Die Einigung stand bis zuletzt auf der Kippe. Die Delegierten hatten bis in die Nacht zum Samstag (30.10.2010) um Verbesserungen des globalen Naturschutzes gerungen. Am Schluss einigten sich die Vertreter aus 193 Staaten im japanischen Nagoya darauf, den Verlust der Artenvielfalt bis zum Jahr 2020 zu stoppen. Zudem sollen in den nächsten zehn Jahren etwa 17 Prozent der Landfläche und 10 Prozent der Meere unter Schutz gestellt werden. Bundesumweltminister Norbert Röttgen sieht in den Beschlüssen "ein weltweites Aufbruchsignal“. Die internationale Staatengemeinschaft habe eine überfällige Trendwende eingeleitet.

Norbert Röttgen (Foto: apn)

Bundesumweltminister Norbert Röttgen sieht eine Trendwend

Protokoll gegen die Biopiraterie

Als "Durchbruch" bezeichnete er die Einigung auf ein Protokoll zur Regelung des Zugangs zu genetischen Ressourcen und der gerechten Gewinnbeteiligung bei deren Nutzung. Damit sei ein wirksames Instrument geschaffen worden zur Verhinderung von Biopiraterie, das sowohl den Entwicklungsländern als auch den Nutzerländern, insbesondere Industrieländern, einen verlässlichen Rahmen bei der Nutzung genetischer Ressourcen gebe.

Außerdem hätten sich die Konferenzteilnehmer auf ein neues ambitioniertes globales Ziel geeinigt: Bis 2020 sollen alle Staaten wirksame Maßnahmen ergriffen haben, um den Verlust an biologischer Vielfalt zu stoppen. Erreicht werden soll dieses Ziel durch eine neue internationale Strategie, die 20 konkrete Unterziele enthält.

Foto: DW-TV

Gewinne aus der Nutzung von Pflanzen sollen aufgeteilt werden

Röttgen hatte am vergangenen Dienstag in Nagoya bekanntgegeben, dass das Bundesumweltministerium für den Schutz der tropischen Regenwälder, die eine besondere Bedeutung für den Klimaschutz haben, zusätzlich zehn Millionen Euro zur Verfügung stellt. Das Geld soll in einen Fonds der Weltbank fließen.

Lob der Umweltschützer

Auch Umweltschützer sind voll des Lobes: „Angesichts dieser neuen und innovativen Antwort auf den alarmierenden Verlust an Biodiversität und Ökosystemen ist dies ein Tag zum Feiern“, sagte der Leiter des UN-Umweltprogramms UNEP, Achim Steiner. Das Nagoya-Protokoll sei ein historisches Ergebnis“, meinte der Chef der Umweltorganisation WWF (World Wide Fund For Nature), Jim Leape.

Wegen der zuletzt stockenden Gespräche hatten Konferenzbeobachter vor einem "zweiten Kopenhagen" gewarnt . Dort war der Weltklimagipfel vor knapp einem Jahr gescheitert. Mit dem Durchbruch beim Artenschutz ging für den japanischen Umweltminister Ryu Matsumoto "ein langersehnter Traum" in Erfüllung.

Umweltverbände bestätigten, dass sich die Gastgeber - unter anderem durch das Einbringen eines eigenen Entwurfs - sehr für den Erfolg der Konferenz stark gemacht hätten. Das nächste Treffen der UN-Konvention zur biologischen Vielfalt soll 2012 in Indien stattfinden.

Autorin: Eleonore Uhlich (mit dpa,rtr,epd)
Redaktion: Herbert Peckmann

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