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Wirtschaft

Aufatmen in zwei deutschen Opel-Werken

General Motors (GM) will die Standorte Bochum und Kaiserlautern erhalten, die Zukunft der Werke in Eisenach und Rüsselsheim ist noch ungewiss. Einzelheiten zum Jobabbau nannte GM-Europa-Chef Nick Reilly nicht.

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers vor dem Opel-Werk in Bochum (Foto AP)

Ministerpräsident Rüttgers kann die Opelaner in Bochum beruhigen

Die Schließung der Opel-Werke in Bochum und Kaiserslautern ist offenbar kein Thema für General-Motors-Europa-Chef Nick Reilly. Am Dienstag (24.11.2009) sagte Reilly nach Gesprächen mit den Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, Jürgen Rüttgers und Kurt Beck, beide Standorte würden auch künftig eine wichtige Rolle für Opel spielen. Wie viele Stellen der insgesamt 7500 Beschäftigten wegfallen könnten, ließ Reilly zunächst offen. Europaweit plant GM allerdings, bis zu 9500 der insgesamt rund 50.000 Stellen zu streichen. Der Sanierungsplan soll aber zunächst Arbeitnehmern vorgelegt werden.

Die EU-Kommission reagierte in Brüssel zurückhaltend auf die Gespräche in Deutschland. "Man kann Herrn Reilly nicht sagen, dass er keine anderen Leute treffen kann", sagte der Sprecher von Industriekommissar Günter Verheugen. Am Montag hatten die EU-Staaten mit Opel-Standorten eigentlich vereinbart, "keine individuellen Verhandlungen mit GM" mehr zu führen.

Rüsselsheim und Eisenach müssen noch bangen

Ein Arbeiter montiert einen Opel-Corsa am Band im Opelwerk Eisenach (Foto: AP)

Jede fünfte Stelle soll europaweit bei Opel wegfallen

Am Mittwoch wird Reilly mit den Ministerpräsidenten in Hessen und Thüringen sprechen. Bei diesen Treffen wird es neben Arbeitsplätzen in Rüsselsheim und Eisenach auch um Staatshilfen für Opel gehen. Beim Gespräch mit dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Rüttgers schloss dieser finanzielle Hilfen für GM nicht aus. "Wir werden sehen, was notwendig ist und was geht", sagte er in Düsseldorf. Bundesregierung und Länder würden sich bei dem Thema auf eine gemeinsame Haltung festlegen.

Merkel: GM hat Opel-Hilfskredit zurückgezahlt

Ein Opel-Bitz an einem Fahrzeug (Foto: AP)

Opel gehört wieder komplett dem US-Konzern GM

GM hat unterdessen den deutschen Überbrückungskredit für Opel komplett zurückgezahlt, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel bestätigte. Die letzte Rate sei am Dienstag eingegangen. Damit könne die Opel-Treuhand aufgelöst werden, bei der 65 Prozent der Firmenanteile für einen möglichen Käufer geparkt worden waren, sagte Merkel in Berlin. Opel gehöre damit wieder komplett dem US-Konzern.

Mit dem Kredit war der angeschlagene Autobauer im Frühjahr vor der Pleite bewahrt worden. Er hatte einen Rahmen von 1,5 Milliarden Euro, wurde aber nur in Höhe von 1,2 Milliarden Euro in Anspruch genommen. Zuletzt waren noch 400 Milliarden Euro fällig.

Die Kanzlerin betonte, es sei richtig gewesen, für Opel eine finanzielle Brücke zu bauen. Ohne den deutschen Kredit gäbe es Opel gar nicht mehr, sagte Merkel. Sie machte allerdings keinen Hehl daraus, dass sie Opel lieber in den Händen des Autozulieferers Magna gesehen hätte: "Ich hätte die Brücke anders auslaufen lassen, das ist auch kein Geheimnis." General Motors hatte den Verkauf nach monatelangem Gezerre um die Opel-Zukunft abgeblasen. Der US-Konzern will Opel nun selbst sanieren.

Autorin: Ursula Kissel / Sabine Faber (dpa, ap, rtr)
Redaktion: Martin Schrader

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