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Europa

Auf zwei Rädern durch Münster

In Münster in Nordrhein-Westfalen steigen viele Menschen aufs Rad und lassen ihr Auto stehen. Das ist der Erfolg einer nachhaltigen Stadtentwicklung.

Radfahrer (Foto: Charlotte Gerling)

In Münster sind viele auf zwei Rädern unterwegs

Auf der Promenade in Münster herrscht Hochbetrieb: Fußgänger und Fahrräder wohin man auch schaut. Die Promenade führt einmal rund um die Altstadt - früher stand hier die Stadtbefestigung.

Deutscher Spitzenreiter

Münster hat seinen Ruf als Fahrrad freundliche Stadt nicht umsonst. Für die Medizinstudentin Kathrin Schmitz war dieser Ruf sogar entscheidend: "Es war immer mein Traum, mit dem Fahrrad zur Uni fahren zu können", sagt sie. Und zog unter anderem aus diesem Grund nach Münster. "Die Stadt ist so klein, dass man relativ gut mit dem Fahrrad von A nach B kommt. Wahrscheinlich nutzen deshalb hier die meisten das Fahrrad."

Blick von oben auf ein Fahrradparkhaus (Foto: Charlotte Gerling)

Fahrräder sind in Münster nicht die Ausnahme, sondern die Regel

Täglich sind in Münster fast 40 Prozent der Verkehrsteilnehmer mit dem Rad unterwegs. Andere Städte kommen in der Regel auf neun bis 13 Prozent. Das Fahrrad sei das günstigste und flexibelste Verkehrsmittel, sagt Kathrin. Vor allem für die vielen Studenten.

Ein Paradies für Radfahrer?

Münster hat nicht nur für gute Radwege gesorgt, sondern auch für gute Parkmöglichkeiten. Direkt am Bahnhof steht eine Radstation, ein etwa zwei Stockwerke hoher, gläserner Bau. In das Fahrrad-Parkhaus passten 3000 Räder passen, erklärt Hajo Gerdemann vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub Münster. "Dort kann man auch sein Fahrrad reparieren oder reinigen lassen und man kann dort auch Fahrräder leihen."

Ein Radfahrer auf einem Radweg (Foto: dpa)

Kurze Wege und viel Raum für Radfahrer

Die Stadt Münster hat das Radverkehrsnetz kontinuierlich ausgebaut. Inzwischen gibt es mehr als 300 Kilometer Fahrradwege in der Stadt. Dazu kommen viele Fahrradstraßen, in denen die Radfahrer Vorrang vor Autofahrern haben. Außerdem gibt es besondere Verkehrsregeln: Viele Einbahnstraßen sind beispielsweise in beide Richtungen geöffnet. Radfahrer dürfen auf Busspuren und in einigen Fußgängerzonen fahren. An vielen Ampeln in Münster dürften Fahrräder auch bei Rot abbiegen und an Kreuzungen gebe es extra Fahrradstreifen, sagt Stephan Böhme vom Stadtplanungsamt. "Radfahrer können nach vorne fahren, stellen sich vor dem Autoverkehr auf, und wenn es grün wird, fahren die Radfahrer zuerst über die Kreuzung und die Autofahrer hinterher."

Ein Preis für Münster

Diese Förderung des Radverkehrs ist Bestandteil einer großen Strategie: Münster verfolgt eine nachhaltige Stadtentwicklung. Die Belohnung folgte mit einer Auszeichnung: 2004 hat die Stadt vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen den Titel "Lebenswerteste Stadt der Welt" erhalten.


Autorin: Charlotte Gerling
Redaktion: Julia Kuckelkorn

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