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Alltagsdeutsch – Podcast

Auf zum Abiball

Wie wird heute das Abitur in Deutschland gefeiert? Mit einem einfachen Fest – so wie früher? Oder mit einem eleganten Ball? Die Antwort: An jeder Schule wird der Start ins Erwachsenenleben auf eigene Art gestaltet.

Sprecher:
Das Abitur, umgangssprachlich auch Abi genannt, ist der höchste Schulabschluss in Deutschland, denn es berechtigt jemanden, an einer Hochschule zu studieren. Und der Abschluss von vielen Jahren Schule muss natürlich in einem festlichen Rahmen begangen werden. Auf keinen Fall möchten die Abiturientinnen und Abiturienten von heute aber so feiern wie früher ihre Eltern. Die haben noch formlose Feste bevorzugt, wollten keine steifen Feierlichkeiten. Heute wünscht sich die Mehrheit der Schülerinnen und Schüler den großen, stilvollen Abschluss – wie Vera und Dominique. Die beiden Schülerinnen eines Bonner Gymnasiums haben monatelang für ihr Abitur gelernt und die Prüfungen bestanden. Auch sie wollen ihren Abschluss feiern – aber nicht irgendwie.Das hat seinen Grund, wie Vera sagt:

Vera:
„Es ist so ’n großer Abschluss und es ist so der letzte Abend, wo wir uns alle noch ma’ aus der Stufe sehen. Und eigentlich freu’ ich mich einfach darauf, diesen Abend mit den ganzen Leuten, die ich jetzt so lange schon kenne, mal so richtig zu feiern und ja, einfach ’nen schönen Abschluss von der Schulzeit zu finden.“

Sprecher:
Vera freut sich also darauf, alle Mitschülerinnen und Mitschüler, alle Leute, aus ihrer Stufe, ihrem Jahrgang, noch mal versammelt wiederzusehen. Und das in einem festlichen Rahmen. Vornehm soll es sein, ein Abend mit schicken Kleidern, gutem Essen, Tanz und Bühnenshow. Damit alles perfekt abläuft, kümmern sich Vorbereitungsteams schon monatelang im Voraus um jedes Detail. Die Teams bestehen aus Schülerinnen und Schülern eines Jahrgangs. Ein Fest in Eigenregie – das ist die häufigste Form bei Abiturfeiern. Es gibt aber auch Abiturklassen, die die gesamte Abendveranstaltung von einer professionellen Agentur organisieren lassen. Dominique findet das nicht so gut.

Dominique:
„Für uns war so ’ne Agentur eigentlich keine Option. Weil es soll ja unser Abiball sein, was wir selber gemacht haben.“

Sprecher:
Dominiques Jahrgang möchte keine Abiturfeier, die von einer Agentur gestaltet wird. Für sie ist das keine Option, keine Möglichkeit. So wie Künstleragenturen, die Musiker und Schauspieler vermitteln, gibt es in Deutschland auch Unternehmen, die eine komplette Abiturfeier organisieren. Sie erledigen alle Aufgaben, die bei der Vorbereitung einer so großen Veranstaltung anfallen. Das Geld für ihre professionelle Hilfe kommt meist nicht direkt von den Schülern, sondern die Agentur behält einen Teil der Eintrittspreise. Eine Eintrittskarte kann pro Person zwischen 25 und 120 Euro kosten. Jeder darf eine bestimmte Anzahl von weiteren Personen mitnehmen, zum Beispiel Eltern, Verwandte und Freunde. Sie zahlen natürlich genauso wie die Abiturientinnen und Abiturienten. Dominiques Stufe wollte ihre Abifeier in Eigenregie organisieren. Sie war der Meinung, dass der Zusammenhalt so gestärkt wird, denn jeder kann sich mit eigenen Ideen einbringen. Außerdem kennen die Schülerinnen und Schüler ihre Lehrer am Besten. Zu jeder Abifeier gehört nämlich auch, dass man sich auf humorvolle Art über sie lustig macht. Und was nie fehlen darf: ein Motto – jeder Abiturjahrgang hat ein eigenes. Und wie lautet das von Veras und Dominiques Jahrgang?

Vera:
„Unser Motto ist: ‚I wanna be a billionaire‘. Man will erfolgreich werden, man will Geld haben, also solche Ziele für die Zukunft. Und deswegen sieht man halt vorne Dagobert Duck als den Repräsentanten von Geld und Macht. Ja, und hintendrauf unsere Namen und unser Motto.“

Sprecher:
Das Motto ist ein kurzer Leitsatz oder ein Begriff, mit dem die Schülerinnen und Schüler ihre gemeinsame Geschichte bis zum Abitur oder ihre Ziele charakterisieren. Meist ist das Wort „Abi“ oder „Abitur“ irgendwie eingebaut – wie in „a-bi-llionaire“. Mit diesem Motto werden dann T-Shirts für alle bedruckt und große Plakate in den Autofenstern der Abiturientinnen und Abiturienten angebracht. Passend zum Motto von Veras und Dominiques Mitschülerinnen und Mitschülern „I wanna be a billionaire“ ist Dagobert Duck als Symbolfigur, als Repräsentant, von Geld und Macht abgebildet. Die Größe und Bedeutung des Ereignisses kann gar nicht genug betont werden. Deshalb wird der festliche Charakter nicht nur bei der Organisation berücksichtigt. Auch am Abend selbst geht es stilvoll zu, denn schließlich ist es ein Abiball.

Vera:
„Ja, wir sind ja auch alle elegant angezogen, haben uns schick gemacht. Und wenn man dann da irgendwie abrocken würde als ersten Tanz, das würde nich’ so wirklich passen. Und so ’n Abiball – man hört es ja schon am Namen – ist ja ’n Ball. Da passt ’n Walzer einfach als erster Tanz.“

Sprecher:
Wer zu einem Ball geht, sollte sich auf etwas Festliches einstellen. Das Wort kommt vom französischen „le bal“, ein Fest mit Tanz, das mindestens 300 Jahre alt ist. Bälle haben eine lange Tradition mit Regeln für den Ablauf. Alle Paare betreten zu Beginn des Abends den Saal, sie ziehen in ihn ein. Es gibt einen Eröffnungstanz – oft ist es der Tanz mit der größten Tradition, der Walzer. Die Paare drehen sich in einem bestimmten Takt um sich selbst und bewegen sich auf diese Weise schwungvoll durch den Raum. Vera meint, dass abrocken, also ausgelassenes Tanzen zu Rock- oder Popmusik, nicht ganz passend wäre. An dem Bonner Gymnasium haben die Abiturientinnen und Abiturienten sogar extra Walzer geübt, um beim Eröffnungstanz keinen Fehler zu begehen, eine – wie es umgangssprachlich heißt – gute Figur auf dem Parkett zu machen. Vor dem Ball haben sie sich natürlich um die passende Kleidung gekümmert, sie haben Modemagazine durchgeblättert und in Kaufhäusern oder im Internet gesucht. Und wenn dann der langersehnte Abend da ist: Haben die Mühen sich gelohnt? Dominique findet: Ja.

Dominique:
„Man feiert nur einmal sein Abitur, man hat nur einmal ’n Abiball. Das is’ nich’ was, was man jedes Jahr wiederholt.“




Fragen zum Text

Was stimmt nicht? Wichtig am Abiball ist für die Schülerinnen und Schüler: …
1. die Gelegenheit, gemeinsam den Abschluss zu feiern.
2. durch die eigene Organisation der Feier viel Geld zu verdienen.
3. sich auch in festlicher Kleidung zeigen zu können.

Gilt auf einer Abifeier ein Alkoholverbot, dann …
1. war Alkohol eine Option für die Schülerinnen und Schüler.
2. fanden es die Schülerinnen und Schüleres optimal, dass alle nüchtern nach Hause gehen.
3. ist es optional, was man trinken kann.

Was stimmt? Eine Person, die Walzer tanzt, …
1. braucht einen Partner.
2. wird über das Parkett getragen.
3. kann ihren Rhythmus selbst bestimmen.


Arbeitsauftrag
Was könnte für euch ein Motto für eure Abschlussfeier sein? Macht verschiedene Vorschläge in der Gruppe und findet demokratisch eine Entscheidung. Versucht dabei das Wort „Abitur“ oder „Abi“ einzubinden. Hier einige Beispiele: „Wer wird ABIonär?“ – „ABI 2000 – so viele Nullen gab's noch nie“ – „RABInson Crusoe – 13 Jahre warten auf Freitag.“ – „Mit dem ABI in den Händen werden Helden zu Legenden!“

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