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Bildung

Auf Zimmersuche in "Studi-Stadt"

Stehst du auf Punk? Interessiert dich Politik? Das neue Online-Spiel des DAAD nimmt augenzwinkernd die Bewerbung in Studenten-WGs aufs Korn. "Studi-Stadt" soll ausländische Studierende über Deutschland informieren.

Screenshot aus dem DAAD-Spiel Studi-Stadt: Zwei Bewohner der Alternativ-WG (Rechte: DAAD)

Politisches Engagement ist gefragt in der Alternativ-WG

Das Bewerbungsgespräch in einer Studenten-WG kann unangenehm sein. Pinkelst du im Stehen? Suchst du Familienanschluss – oder eine Zweck-WG? Weil Wohnheimzimmer in Deutschland rar und die eigenen vier Wände teuer sind, spielen viele Wohnraumsuchende trotzdem bei solchen Castings mit. Sie haben die Hoffnung zu gefallen und das WG-Zimmer zu bekommen.

Fast wie im richtigen Leben

Diese obligatorischen Kennenlernrunden von WG-Bewohnern und WG-Bewerbern hat Jennifer Bohn in ihrem Online-Spiel "Studi-Stadt" aufgegriffen. In der virtuellen "Studi-Stadt" leben fünf Wohngemeinschaften, die Szene-WG, Jungs-WG, Familien-WG, Alternativ-WG und Koch-WG. "Der Spieler muss die jeweilige WG davon überzeugen, dass er der richtige Mitbewohner ist", erklärt Jennifer Bohn das Ziel des Spiels. Dass die 26-Jährige selbst lange und sehr gerne in WGs gelebt hat, hat bei der Entwicklung des Spiels sicherlich geholfen.

Screenshot aus dem DAAD-Spiel Studi-Stadt: Zwei Bewohner der Szene-WG (Rechte: DAAD)

Hauptsache anders: Künstler und Lebenskünstler in der Szene-WG

Politiker, Mülltrennung und die deutsche Elf

Seit dieser Woche ist das WG-Spiel online, ein knall-bunt animierter Comic begrüßt den User auf "studi-stadt.de". Mit wenigen Mausklicks kann er die einzelnen Wohngemeinschaften besuchen, mit den Mitbewohnern ins Gespräch kommen und Aufgaben lösen. In der Alternativ-WG muss er zum Beispiel deutschen Politikern die Farben der Parteien zuordnen. In der Jungs-WG muss er auf einem animierten Fußballfeld die deutschen Nationalspieler richtig platzieren. Ganz nebenbei erfährt er dabei mehr über deutsche Bundespolitiker, Mülltrennung und die deutsche Elf.

Spielerisch Wissen über Deutschland vermitteln, das sei die Idee von "Studi-Stadt", sagt Nina Lemmens, Leiterin der Abteilung Internationalisierung und Kommunikation im DAAD. Entstanden ist das Spiel im Rahmen des DAAD-Wettbewerbs "Abenteuer Deutschland". Zwölf studentische Teams aus ganz Deutschland hatten sich im Frühjahr 2010 beworben. Jennifer Bohn, die an der TU Chemnitz Informatik für Journalisten studiert, hat den Wettbewerb gewonnen.

20.000 Euro für die Umsetzung des Online-Spiels

Wettbewerbsgewinnerin Jennifer Bohn (links) und Nina Lemmens vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (Foto: DAAD)

Jennifer Bohn (links) und Nina Lemmens vom DAAD

Jennifer Bohn habe sich schnell als Favoritin herauskristallisiert, sagt Software-Entwickler und Jury-Mitglied Patric Wilms. "Das war nah an der Realität und konnte in der gegebenen Zeit realisiert werden." Für ihr Konzept hat die 26-Jährige 6000 Euro Preisgeld bekommen. Weitere 20.000 Euro durfte sie für die technische Verwirklichung ausgeben. Finanziert wurde das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, im Rahmen der Kampagne "Studieren in Deutschland – Land der Ideen".

Nase vorn im Wettbewerb

Für den DAAD sei das Online-Spiel Neuland, sagt Nina Lemmens. Bisher habe man beim Deutschen Akademischen Austausch Dienst vor allem auf die traditionellen Kommunikationswege gesetzt. "Aber die junge Generation erwartet Informationen auf moderne und spielerische Weise", so Lemmens. Deshalb setze der DAAD im Wettbewerb um ausländische Studierende inzwischen verstärkt auf interaktive Tools.

Wer sich im wirklichen Studentenleben um ein WG-Zimmer bewirbt, der kommt um einen richtigen Bewerbungsbesuch natürlich nicht herum. Nicht gleich aufgeben, wenn das ein bisschen dauert, rät Jennifer Bohn ausländischen Studierenden. Man müsse schon auch mal zehn WGs angucken, um die richtige für sich zu finden. Am Ende lohne sich die Mühe aber, meint die Informatikstudentin. "In Deutschland sind WGs tatsächlich Wohngemeinschaften, die vieles gemeinsam machen, nicht nur eine Zweckgemeinschaft, die sich die Miete teilt."

Autorin: Svenja Üing

Redaktion: Gaby Reucher

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