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Sport

Auf Rasen so gut wie unschlagbar

Sabine Lisicki verpasst in Wimbledon knapp den ersten Grand-Slam-Titel ihrer Karriere. Seit Jahren ist die Deutsche auf dem Londoner Rasen besonders gut. Ihre wichtigsten Stützen sind dabei Fans und Familie.

Sie nennen sie "Bum Bum Bine" oder "Doris Becker" - bei den englischen Fans hat Sabine Lisicki viele Sympathien. Die 23-Jährige kommt an beim anspruchsvollen Publikum in Wimbledon, vielleicht weil die Leute spüren, dass die All England Championships auf dem heiligen Rasen von Wimbledon auch für die junge Deutsche etwas ganz Besonderes sind. "Ich liebe es einfach, diese Courts hier zu betreten", schwärmt Lisicki, die sich nicht scheut, auf dem Platz ihren Emotionen freien Lauf zu lassen. "Es ist ein unglaubliches Gefühl, so viel Unterstützung zu bekommen. Das ist das schönste Gefühl der Welt." So schön, dass sie nach ihrem Achtelfinal-Sieg gegen Serena Williams die Freudentränen nicht zurückhalten konnte.

Wimbledon und Lisicki, das passt einfach - und es ist nicht das erste Mal, dass die aktuelle Nummer 23 der Weltrangliste in Wimbledon für Furore sorgt: Bereits 2011 zog sie in die Runde der letzten Vier ein und war damit die erste Deutsche seit Steffi Graf im Jahr 1999, der dieses Kunststück gelang. Insgesamt ist Lisicki zum vierten Mal in Folge im Viertelfinale von Wimbledon dabei. "Looking forward to playing my 4th straight time in second week of Wimbledon" twitterte sie am 29. Juni, nachdem der Einzug ins Viertelfinale feststand. Nun hat sie es sogar bis in das Endspiel geschafft.

Polnische Wurzeln

Lisickis Eltern stammen aus Polen und kamen vor der Geburt der Tochter als Spätaussiedler nach Deutschland. Vater Richard, ein studierter Historiker, jobbte in Köln als Tennislehrer, Mutter Elisabeth ist Künstlerin. Im September 1989 wurde Tochter Sabine in Troisdorf bei Köln geboren. Dort begann die heutige Wimbledon-Halbfinalistin im Alter von sieben Jahren bei ihrem Vater mit dem Tennis. Große Ziele hatte sie bereits früh. Schon als 14-Jährige soll sie gesagt haben: "Ich möchte einmal die Nummer eins der Welt werden."

Sabine Lisicki mit ihren Eltern (Foto: picture alliance/dpa)

Im Kreise der Familie: Sabine Lisicki mit ihren Eltern Elisabeth und Richard

Seit dem Abgang vom Gymnasium mit der Mittleren Reife spielt sie im Profi-Zirkus. Ihr erstes Jahr als professionelle Spielerin war die Saison 2006. Richtig angekommen bei den Profis war sie nach Startschwierigkeiten allerdings erst 2008, als sie sich für die Australian Open qualifizieren konnte. Im Oktober 2008 erreichte sie in der usbekischen Hauptstadt Taschkent ihr erstes Finale.

Ein halbes Jahr später feierte sie in Charleston in den USA ihren ersten Turniersieg im Einzel. Doch obwohl sich Lisicki im Grunde seit Jahren, von Verletzungsunterbrechungen abgesehen, konstant unter den Top 40 der Tenniswelt bewegt - eine große Titelsammlerin ist sie nicht. Dem ersten Turniererfolg in Charleston folgten bislang nur zwei weitere im Einzel, dazu zwei im Doppel.

Hauptwohnsitz Florida

Sabine Lisicki auf einem Bild aus dem Jahr 2009 (Foto: picture alliance/dpa)

Sabine Lisicki trainiert meist in Florida

Sabine Lisicki lebt schon seit Jahren die meiste Zeit in Florida, um im Camp der Trainer-Ikone Nick Bollettieri zu trainieren. Bei den Turnieren wird sie fast immer begleitet von einem festen Stab, bestehend aus Trainer, Physiotherapeut und den Eltern. "Das ist für mich wirklich das Wichtigste. Wir sind alle in einem Haus. Wir kochen zusammen, essen zusammen, haben Spaß", sagt Lisicki. "Das tut mir unglaublich gut und ich glaube, deswegen spiele ich auch so gut."

Vielleicht hilft die Nähe der Familie ja auch am Donnerstag (04.07.2013) im Halbfinale gegen die Polin Agnieszka Radwanska. Die bisherige Bilanz der beiden ist ausgeglichen: 2011 beim Hartplatz-Turnier von Stanford siegte Lisicki, ein Jahr später in Dubai, ebenfalls auf Hartplatz, war Radwanska erfolgreich. Aber wirklich aussagekräftig ist das nicht: Schließlich haben sich die beiden noch nie auf dem Rasen von Wimbledon gegenübergestanden. Und da ist Sabine Lisicki so gut wie unschlagbar.

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