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Aktuell Amerika

Auf Kuba kommt ein weiterer Stein ins Rollen

Historischer Auftritt: Die Rolling Stones rocken Havanna. Zum ersten Mal überhaupt gibt am Abend eine britische Rockband ein großes Open-Air-Konzert im sozialistischen Kuba. Aber es gibt auch kritische Stimmen.

Kuba Konzert The Rolling Stones (Foto: rtr)

Mick Jagger, Charlie Watts, Keith Richards und Ronnie Wood (von links) am Flughafen in Havanna

Die Musiker der legendären Rockband sind bereits in Havanna eingetroffen. Zum Auftritt der Band um Leadsänger Mick Jagger auf einem Sportfeld in der Hauptstadt werden Zehntausende erwartet.

Das Konzert ist gratis – mit einem Durchschnittslohns von umgerechnet 20 bis 25 US-Dollar im Monat wären normale Stones-Ticketpreise für die Menschen nicht zu bezahlen. Nach Angaben der Band wird das Konzert mit Hilfe einer Stiftung in Curaçao finanziert, die sich für die internationale Verständigung einsetzt.

Lange Schlangen und spontane Planänderungen

Es werden lange Einlass-Schlangen erwartet, eine Verteilung der Gratistickets im Vorfeld gab es nicht. Laut der Behörden könnten mindestens 200.000 Rockfans hineingelassen werden. Andere Schätzungen sprechen von bis zu 400.000 Fans. Der Einlass soll bereits mehr als sechs Stunden vorher beginnen. Die Menschen in Kuba sprechen seit Tagen über das Ereignis, auch viele Touristen sind für das Konzert angereist.

Die Rolling Stones

Die Rolling Stones

Eigentlich sollte die große "Olé"-Tour der Rolling Stones durch Lateinamerika mit dem Konzert in Mexiko-Stadt Mitte März beendet werden. Als aber die Genehmigung zum langersehnten Auftritt in Kuba kam, hängten die Stones das Kuba-Konzert noch dran. Zunächst sollten sie schon vergangenes Wochenende in Havanna spielen, doch wegen des historischen Besuchs von US-Präsident Barack Obama in dem Karibikstaat wurde das Konzert auf den Karfreitag verschoben.

Öffnungspolitik betrifft auch die Musik

Dass die Rolling Stones ein Konzert im sozialistischen Karibikstaat geben dürfen, ist eine kleine Sensation. Sah doch das Castro-Regime lange Rockmusik als dekadenten Auswuchs des feindlichen Kapitalismus. Kubas Staatschef Raúl Castro (84) verfolgt seit einigen Jahren eine vorsichtige Öffnungspolitik. Unter anderem will er mehr Touristen in das Land locken, um die staatlichen Einnahmen zu erhöhen. 2015 kamen bereits über drei Millionen Touristen in den Karibikstaat.

Leadsänger Mick Jagger

Leadsänger Mick Jagger rockt auch mit 72 Jahren noch

Im Zuge der Öffnungspolitik gibt es auch ein paar Internet-Hotspots, aber der Zugang zum Internet und damit zu Musik-Downloads ist für die meisten Kubaner unerschwinglich. Auch Smartphones sind hier kaum vorhanden. Die Stunde Internet kostet zwei US-Dollar.

Auch kritische Stimmen

Allerdings gibt es auch Kritik an dem Konzert. So wies etwa Gorki Águila, Frontmann der regimekritischen kubanischen Punkrock-Band "Porno para Ricardo" darauf hin, dass der Auftritt das Regime von Staatschef Raúl Castro stärken könnte. "Ich würde niemals in einem Land spielen, das die Menschenrechte verletzt", sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Havanna. Seinen Angaben zufolge darf seine Band in Kuba nirgendwo auftreten. Immer wieder sei er festgenommen oder unter Hausarrest gestellt worden.

Die Stones jedenfalls versprachen ihren Fans in Kuba vorab einen unvergesslichen Auftritt. "Wir haben an vielen unglaublichen Orten gespielt, aber dieses Konzert wird ein historisches Ereignis für uns sein. Wir hoffen, für Euch ebenfalls", sagte Sänger Mick Jagger auf Spanisch in einem Videoclip, der auf der Website cubainformacion.tv veröffentlicht wurde.

chr/fab (dpa, afp)

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