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Reise

Auf Gullivers Reisen in Günzburg

Nach Dänemark, Großbritannien und den USA bekommt jetzt auch Deutschland sein Legoland. Der Freizeitpark des Spielzeugherstellers öffnet im bayerischen Günzburg seine Tore.

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Nichts für die große Politik: der Berliner Reichstag aus Legosteinen

"Wieviele Besucher am ersten Tag kommen, können wir überhaupt nicht einschätzen", sagt eine Mitarbeiterin des zwischen Ulm und Augsburg gelegenen Parks. Doch der verkraftet auf rund 60 Hektar einiges: "Erst bei 18.000 bis 20.000 Gästen sind wir richtig voll", heißt es bei Lego. Was die Besucher für 23 Euro Eintritt erwartet, ist eine Welt im Maßstab eins zu zwanzig.

Monumente im Legostil

Ob Brandenburger Tor, Berliner Reichstag, die Hochhäuser des Frankfurter Bankenviertels, oder andere bekannte Bauwerke, sie alle sind auf überschaubare Maße geschrumpft und haben den Baustoff gemeinsam: Legosteine. Mehr als 50 Millionen Kunststoffquader verbaute der dänische Spielzeughersteller in Günzburg und investierte in den Spaßpark mit Fahrgeschäften und weiteren Attraktionen mehr als 150 Millionen Euro.

"Für unsere Stadt ist Legoland ein großer Gewinn", heißt es im Günzburger Rathaus. Was an dem touristisch ansonsten belanglosen Ort mit 20.000 Einwohnern finanziell hängen bleiben wird, ist noch nicht kalkuliert. Fest steht allerdings, dass Legoland 130 neue Dauerarbeitsplätze schafft und im Sommer jeweils 600 bis 1000 Saisonkräfte beschäftigen wird. Bei einem erwarteten Ansturm von 1,2 bis 1,5 Millionen Besuchern im Jahr, die allein im Legoland rund 50 Millionen Euro Umsatz machen sollen, werden Steuereinnahmen und zusätzlicher Konsum außerhalb des Parks wie ein Füllhorn über die bislang im Dornröschenschlaf schlummernde Gemeinde kommen.

Freizeitpark statt Schießplatz

Dass der ehemalige Schießplatz der US-Armee bei Günzburg als Standort für das weltweit vierte Legoland ausgewählt wurde und dabei einen Ort in Japan aus dem Rennen warf, verdankt Günzburg seiner zentralen Lage: Im Umkreis von zwei Autostunden leben 16 Millionen Menschen. Zielgruppe der Dänen sind Eltern mit Kindern im Alter von zwei bis dreizehn Jahren. Sie sollen auf das Spielzeug aufmerksam gemacht werden und der Park als "Schaufenster und Startrampe" für neue Produkte dienen, sagte der Lego-Planungschef Mads Ryder.

Lego sieht seine Themenparks als Teil einer neuen Werbestrategie. Verkauften sich die bunten Steine jahrzehntelang praktisch von selbst, musste auch das Familienunternehmen dem Elektronikboom in den Kinderzimmern Rechnung tragen: Erstmals in der 67-jährigen Firmengeschichte fuhr Lego 1998 einen Verlust ein, der sich auf mehr als 40 Millionen Euro belief. Das Unternehmen strich daraufhin zehn Prozent aller Stellen und kündigte an, von nun an alle drei Jahre einen neuen Themenpark zu eröffnen. Bislang gibt es drei Parks: Der mit 30 Jahren älteste steht nahe dem Firmensitz im westdänischen Billund, ein weiterer seit 1996 im britischen Windsor, und seit März das Legoland im kalifornischen Carlsbad.

All diese Parks sind Planungschef Ryder zufolge zwar gut besucht, aber keine Goldgrube. Ein billiges Vergnügen sind sie für die Besucher allerdings auch nicht. Bei den von Legoland kalkulierten durchschnittlichen Ausgaben von rund 40 Euro je Person, sowie den An- und Abreisekosten, zahlt eine vierköpfige Famlie einen ordentlichen Batzen für einen Ausflug ins Land der kleinen Häuser. (AFP)

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