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Sport

Auf die Sensation folgt die Überraschung

Wer vor zwei Wochen auf diese Paarung gewettet hat, streicht eine Top-Quote ein: Das Herrenfinale der US Open wird zum Debütantenball. Zum ersten Mal seit 2005 beendet keiner der "Fantastischen Vier" einen Grand Slam.

Nach dem Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic hat auch der 17-malige Grand-Slam-Champion Roger Federer das Finale der US Open verpasst. Dort trifft der Kroate Marin Cilic auf den Japaner Kei Nishikori, den ersten Asiaten, der im Herreneinzel eines Grand-Slam-Turniers ein Endspiel erreicht.

Damit hat Nishikori ein weiteres Kapitel Tennis-Geschichte geschrieben: Im Halbfinale bezwang er den Weltranglistenersten Novak Djokovic überraschend deutlich mit 6:4, 1:6, 7:6 (7:4) und 6:3. Nun fehlt dem 24-Jährigen nur noch ein Erfolg, um seinen Auftritt in Flushing Meadows zu krönen. "Ich weiß nicht, was hier abgeht", sagte Nishikori überglücklich, nachdem er nach 2:52 Stunden seinen zweiten Matchball verwandelt hatte: "Ich war sehr angespannt, es war ja mein erstes Halbfinale bei einem Grand Slam. Es ist ein unglaubliches Gefühl, im Finale zu stehen."

Nicht nur in Japan fiebern die Menschen diesem Match entgegen. "Sein Erfolg kann ganz Asien bewegen", sagte Trainer Michael Chang. Der US-Amerikaner mit den taiwanesischen Wurzeln, 1989 selbst Sieger der French Open in Paris, ist ein wichtiger Baustein im System Nishikori. Seitdem Chang den ehemaligen Bollettieri-Schüler betreut, setzt dieser einen Meilenstein nach dem nächsten. Nishikori ist als erster Japaner in den elitären Kreis der Top Ten eingezogen und steht nun kurz vor dem Sprung unter die vier besten Tennisspieler der Welt.

Novak Djokovic zuckt ratlos mit den Schultern (Foto: STAN HONDA/AFP/Getty Images)

Novak Djokovic zuckt ratlos mit den Schultern

"Ich war einfach nicht ich selbst"

Djokovic war tief enttäuscht, als er seine Chance auf das fünfte US-Open-Endspiel nacheinander verpasst hatte. "Außer im zweiten Satz habe ich nicht einmal annähernd so gespielt, wie ich es mir vorstelle", sagte der 27-Jährige: "Ich war einfach nicht ich selbst. Er war der bessere Spieler heute."

Das musste auch der 17-malige Grand-Slam-Champion Roger Federer erkennen. Der 33 Jahre alte Tennisprofi aus der Schweiz musste sich Marin Cilic mit 3:6, 4:6, 3:6 geschlagen geben. Nach nur 105 Minuten war die zweite Riesen-Überraschung des Tages perfekt. Und am Montag kommt es zum Duell der Grand-Slam-Final-Debütanten Cilic und Nishikori. "Das wird ein sensationeller Tag für uns beide", sagte der Weltranglisten-16. Cilic nach seinem Coup gegen Federer.

Zum ersten Mal seit den Australian Open 2005 steht bei einem der vier wichtigsten Turniere der Welt keiner der "Fantastischen Vier" im Endspiel. Titelverteidiger Rafael Nadal hatte verletzt abgesagt, Andy Murray war im Viertelfinale ausgeschieden, Federer und Nadal scheitern im Halbfinale. Diese vier hatten in den vergangenen fast zehn Jahren 36 der 38 Majortitel unter sich aufgeteilt. Nur Juan Martin del Potro (US Open 2009) und Stan Wawrinka (Australian Open 2014) waren in die Phalanx eingebrochen.

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