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Wirtschaft

Auf die Plätze - fertig - los!

Die internationalen Aktienmärkte wollten in dieser Woche ihre vorangegangenen herben Kursverluste offenbar schnell vergessen und starteten zu einer kraftvollen Rallye.

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Chiphersteller: Geht es wieder aufwärts?

Im Verlauf der Woche konnte sich der Deutsche Aktienindex DAX wieder deutlich über der 3000er Marke etablieren, auch wenn es zum Wochenschluss noch einmal abwärts ging. Der Höhenflug des DAX wurde untermauert von einigen guten Unternehmensergebnissen, insbesondere von der Softwarefirma SAP. Der im Vorfeld gedrückte SAP-Kurs erholte sich um über 25 Prozent. Ein geplantes Aktienrückkaufprogramm sorgte hier für zusätzlichen Schub.

Interessant ist derzeit die Entwicklung bei den Chipherstellern: Zwar verhindern niedrige Margen noch eine Verbesserung der Ergebnisse. Einige wichtige Abnehmerbranchen wie Automobilindustrie und Kommunikationstechnik zeichnen jedoch schon ein positives Bild.

Trotzdem herrscht weiterhin Unsicherheit am Markt. Als Ursachen nannten Händler weiterhin die Gefahr eines Krieges mit dem Irak, aber auch die weiterhin labile Konjunkturlage und die laufende Ergebnissaison führender Unternehmen. Auch die Pläne der Bundesregierung, Kursgewinne auf Aktien generell zu besteuern, sorgten für latente Unsicherheit.

Mit der Kursrallye bei Aktien ging ein Abwärtstrend an den Rentenmärkten einher. Der enge Zusammenhang zwischen beiden Märkten scheint also weiter intakt. Dass selbst schwache Konjunkturindikatoren und die Steuerpläne der Koalition die Rentenmärkte nicht stützen konnten, ist nach Ansicht der Analysten der Commerzbank ein klares Indiz für eine fundamentale Überbewertung. Die Zinssenkungserwartungen seien zwar nicht vollständig verschwunden, jedoch habe die Bundesregierung mit der im Koalitionsvertrag enthaltenen indirekten Aufforderung an die Europäische Zentralbank, die Zinsen zu senken, die Tür zu Zinssenkungen vorläufig wohl selbst zugeschlagen. Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen erhöhte sich kräftig auf 4,66 Prozent.

Der Euro geriet gegen Ende der Woche leicht unter Druck. Nachdem bekannt wurde, dass Deutschlands Haushaltsloch wahrscheinlich größer ist, als die Defizitkriterien der EU erlauben, gab der Euro rund einen Cent nach. Auch die anschließenden Äußerungen von Kommissionspräsident Romano Prodi, zu starre Stabilitätsregeln seien "dumm", habe dem Euro geschadet, sagten einige Analysten. Andere waren dagegen der Ansicht, dies habe den Eurokurs kaum beeinflusst. Viel entscheidender sei, dass sich die Stimmung in den USA aufgehellt habe, was den Dollar stärke. Der Referenzkurs des Euros wurde am Freitag bei 0,9735 Dollar festgesetzt.