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Filme

Auf der Suche nach Wasser

In "Als der Wind den Sand berührte" muss sich eine afrikanische Familie auf die Suche nach Wasser machen. Ihre gefährliche Reise steht symbolisch für Millionen von Menschen, die unter Wasserknappheit leiden.

Ein Mann und ein Mädchen gehen durch die Wüste. Quelle: Kinowelt Filmverleih

"Als der Wind den Sand berührte" wurde im ostafrikanischen Dschibuti gedreht.

Im Regen zu tanzen, Wasser im Überfluss zu haben - das ist der Traum. Aber die Realität des Dorflehrers Rahne, seiner Frau Mouna und ihrer drei Kinder sieht in dem Kinofilm der belgischen Regisseurin Marion Hänsel anders aus. Rahnes Familie ist mit ihren Ziegen und ihrem Dromedar losgezogen, um einen neuen Platz zum Leben zu finden - einen Ort, wo es Wasser gibt. Jeden Tag marschieren sie unter der glühenden Sonne. Doch der Weg, den Rahne für seine Familie wählt, führt nicht zu den erhofften Seen im Osten, sondern in eine umkämpfte Kriegsregion.

Existenzielle Suche

Quelle: Universal Pictorial Press, 22.05.1995

Die belgische Filmemacherin Marion Hänsel führte Regie und schrieb das Drehbuch

Schon als Rahnes (Issaka Sawadogo) jüngste Tochter Shasha (Asma Nouman Aden) geboren wird, ist das Wasser und die Nahrung knapp. Der Dorfälteste rät Rahne Shasha zu töten, um wenigstens die beiden älteren Söhne Ako (Said Abdallah Mohamed) und Ravil (Ahmed Ibrahim Mohamed) versorgen zu können. Doch Rahnes Frau Mouna (Carole Karemera) schützt ihre Tochter und überzeugt ihren Mann - Shasha bleibt am Leben. Einige Jahre später sind alle Brunnen im Umkreis des Dorfes versiegt. Die Menschen müssen fortgehen.

Wasser ist eines der kostbarsten Güter unserer Zeit. Angetrieben vom Durst läuft Rahnes Familie durch die verdörrte und steinige Wüste. Die Bilder von flimmernder Hitze und Dürre soweit das Auge reicht, lassen die existenzielle Suche noch eindringlicher werden. Je erschöpfter und durstiger die Familie wird, desto allgegenwärtiger wird das Thema Wasser.

Wasser ist Macht

Wenn es kaum Wasser gibt, ist Wasser Macht. Rahnes Familie trifft auf Soldaten, die ein Wasserloch kontrollieren. Eine Ziege pro Tag muss Rahne für Wasser und Schutz zahlen. Am Ende wollen die Soldaten Rahne betrügen und die Familie muss wieder in die Wüste fliehen. Wie hart die Konkurrenz ums Wasser ist, zeigt sich an einer Szene in der die Familie mitten in der Einöde auf einen halbverdursteten Jungen trifft. Rahne gibt ihm einen Schluck zu trinken, aber lässt ihn trotzdem zurück. Es geht um das eigene Überleben und das seiner Frau und der Kinder.

Ein kleiner Junge wird von Soldaten bewacht. Foto: Kinowelt Filmverleih

Rahnes und Mounas Sohn Ravil wird von Rebellen entführt

Rahne und Mouna wollen ihre Familie retten, aber sie sind immer wieder absolut machtlos. Als eine Rebellengruppe ihren ältesten Sohn Ravil entführt, fügen sie sich wortlos ihrem Schicksal. Während Mouna lebenslustig und weich ist, spielt Issaka Sawadogo den Familienvater Rahne als einen vom Leben abgehärteten und pragmatischen Mann, der aber nicht gefühlskalt ist. Er liebt seine Frau und seine Kinder. Auch wenn die Lage hoffnungslos ist, versucht er ihnen das Gefühl zu geben, alles werde gut. Nur einmal bricht aus ihm seine ganze Verzweiflung heraus, als sie an einem Ort, wo sie einen Brunnen erhofft hatten, mal wieder nur vertrocknete Erde finden.

Starke Menschen

Rahne und Mouna und ihre Kinder versuchen ihr Schicksal selber in die Hand zu nehmen und begegnen selbst dem Tod mit Würde. Gerade das Mädchen Shasha, das am Anfang gar nicht leben sollte, entwickelt einen enormen Überlebenswillen.

In "Als der Wind den Sand berührte" sind die schwarzen Schauspieler keine der üblichen Statisten in Filmen, in denen es eigentlich um Weiße geht, die Afrika retten. Bis auf die letzten zehn Minuten des Films kommen auch gar keine Westler vor. Deshalb fragt man sich, warum am Ende doch die weißen Retter in Gestalt der UN-Flüchtlingshilfe auftauchen müssen, um ein wenig Hoffnung zu verbreiten.

Eine Familie für viele

"Sind auch andere Mädchen unterwegs die nach Wasser suchen", fragt die erschöpfte Shasha ihren Vater gegen Ende des Films. "Ja, ganz viele", antwortet ihr dieser. Damit bezieht sich der Film, der sich ansonsten sehr stark auf diese eine Familie konzentriert, auf die Wasserknappheit unter der Millionen von Menschen in Afrika leiden. Die Nöte von so vielen Menschen an dem Schicksal einer Familie zu zeigen, erweist sich in "Als der Wind den Sand berührte" als überzeugend. Ohne viele Dialoge berührt einen der Film mit seinen eindrucksvollen Bildern, und mit dem Wunsch der Familie endlich Wasser zu finden fast körperlich.

Symbolbild Film Festival roter Teppich

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