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Bücher

Auf der Spur der weiblichen Identität

Die italienische Schriftstellerin Dacia Maraini wurde am 13. November 65 Jahre alt. Sie gilt international als eine der Hauptvertreterinnen feministischer Literatur.

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Die Schriftstellerin Dacia Maraini

"In der Geschichte haben Männer und Frauen immer verschiedene Sichtweisen vertreten, die keinen biologischen Ursprung haben, sondern in der unterschiedlichen Erziehung zu suchen sind." - So hat Dacia Maraini in einem Interview einmal ihr Interesse für die weibliche Identität erklärt. Die Schriftstellerin ist allerdings nicht nur Autorin von Romanen und Erzählungen, sondern in ihrer Heimat Italien auch als engagierte Essayistin bekannt.

Dacia Maraini hat eine erstaunliche Karriere hinter sich. Als sie 1962 ihre erste Erzählung "La vacanza" ("Tage im August") herausbrachte, sprachen viele Kritiker von einem krassen Fall literarischer Protektion. Zu jener Zeit war sie nämlich nicht nur die Gefährtin des 29 Jahre älteren Alberto Moravia (1907-1990), sondern schmückte ihr Erstlingswerk sogar mit einem Vorwort des berühmten Lebenspartners. Jedoch hat die Autorin die abwertenden Urteile im Laufe der Jahre durch Talent und Fantasie widerlegt und gehört heute zu einer der interessantesten Erscheinungen der italienischen Literaturszene.

Lebensweg

1936 als Tochter einer adligen sizilianischen Mutter und des Anthropologen Fosco Maraini in Florenz geboren, verbrachte Dacia ihre Kindheit in Japan. Später siedelte sie erst nach Palermo und dann nach Rom über, wo sie sich zunächst mit Gelegenheitsjobs durchschlug. Dann gründete sie mit Freunden eine literarische Zeitschrift und arbeitete an mehreren Zeitungen mit. Nach der Veröffentlichung ihrer ersten Romane und Erzählungen in den 60er Jahren war sie Mitbegründerin experimenteller Theater, in denen vor allem zeitgenössische italienische Stücke aufgeführt werden.

Marainis Gender-Verständnis

"Nur mit dem Willen allein kann man Tausende Jahre von Trennung und Ausschluss nicht auslöschen", meint Dacia Maraini zur Geschichte des Rollenverständnisses von Mann und Frau. Deshalb sei Literatur über die weibliche Identität unbedingt notwendig. Schon 1976 wählte sie für ihr Theaterstück "Dialog einer Prostituierten mit einem ihrer Kunden" eine Protagonistin, die sich bewusst für den Beruf der Prostituierten entschieden hat. Maraini wartet in dem Werk mit einem provokanten Credo auf: Da alle Frauen sich sowohl in der Ehe als auch in freien Beziehungen prostituierten, sei es ehrlicher und konsequenter, für diese obligatorische Dienstleistung wenigstens ein Entgelt zu verlangen.

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