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Nachrichten

Auf der Flucht vor der Flut

Bei den schwersten Überschwemmungen seit 50 Jahren wurden im Nordwesten Indiens und in Nepal bereits Hunderttausende Menschen entwurzelt und dutzende getötet. Die Lage bleibt angespannt.

Menschen in Indien und nepal auf der Flucht (AP)

Millionen Inder und Nepalesen sind auf der Flucht

Für die von der Flut betroffenen Menschen im Nordwesten Indiens und in Nepal ist keine Entwarnung in Sicht: Der Monsunregen hält an und die Fluten könnten bis Oktober sogar noch steigen. Mitte August trat in Nepal der Fluss Kosi über die Ufer. Die Wassermassen zerstörten dabei einen Damm und bahnten sich ein neues Flussbett. So konnte das Wasser in dicht besiedelte Gebiete eindringen, die eigentlich hundert Kilometer vom Fluss entfernt sind. Dutzende Menschen kamen deshalb ums Leben und Hilfsorganisationen schätzen, dass Hunderttausende vor der Flut auf der Flucht sind. Nach Behördenangaben seien alleine 250.000 Menschen in die spontan eingerichteten Notunterkünfte geflüchtet.

Bereits im vergangenen Jahr Millionen Monsun-Opfer

Die Menschen in Indien und Nepal sind Überschwemmungen gewohnt. Wegen des anhaltenden Monsunregens waren im vergangenen Jahr Millionen auf der Flucht vor den Wassermassen. Doch dieses Jahr sind Menschen betroffen, die noch nie zuvor eine Flut miterlebt haben. Sie wurden von den Wassermassen überrascht und waren nicht vorbereitet.

Flüchtlinge in Indien und Nepal (AP)

Den Kampf durch die Fluten schaffen nur die Jungen und Starken


Viele Menschen in den vom Monsun betroffenen Gebieten können nicht schwimmen oder es fehlt ihnen angesichts der enormen Wassermassen die Kraft dazu. Balgai Singh von der Hilfsorganisation CARE berichtet, dass sich viele Menschen an höher gelegenen Eisenbahnschienen niedergelassen hätten. Vor allem älteren Menschen hätten aber nicht mehr entkommen können, seien auf ihre Hausdächer geflüchtet und säßen nun dort fest.

Notstand in Nepal

Nach Ansicht von Helfern vor Ort könnten die Fluten aufgrund der anhaltenden Regenfälle bis Oktober weiter steigen. An eine Reparatur des gebrochenen Staudamms sei momentan wegen der enormen Wassermassen nicht zu denken, so die Behörden. Mit den Aufbauarbeiten müsse wahrscheinlich noch Monate gewartet werden. Deshalb hat die Regierung in Nepal jetzt den Notstand ausgerufen. Die Versorgung von rund 50.000 Flüchtlingen solle damit sicher gestellt werden.

Katastrophale Zustände in den Flüchtlingslagern

Monsun-Flüchtlinge (AP)

Flüchtlinge suchen an höher gelegenen Stellen Schutz

Die Situation in den Flüchtlingslagern ist nach Angaben internationaler Hilfsorganisationen verheerend. Es fehle an hygienischen Einrichtungen und Lebensmitteln. Internationale Helfer berichten von ersten Gewaltausbrüchen in den Flüchtlingscamps. Da der Dammbruch wohl erst in einigen Monaten repariert werden kann, bleibt den Menschen nichts anderes übrig als in den Notunterkünften auszuharren.

Angst vor Seuchen und Epidemien

Die schwersten Überschwemmungen seit 50 Jahren werden ihre Spuren hinterlassen. Ein Teil des Wassers könne versickern oder verdunsten. Es werde aber auch Wasser stehen bleiben, sagt ein internationaler Helfer. Dieses schmutzige Wasser ist eine tickende Zeitbombe – es bildet den idealen Nährboden für Seuchen und Epidemien. (san)

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