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Aktuell Asien

Auf der Flucht vor dem Terror der Bodo

Bei dem blutigsten Vorstoß der Separatisten vom Bodo-Volksstamm seit Jahren sind in Nordindien mindestens 75 Menschen getötet worden. Im Bundesstaat Assam sind tausende Menschen auf der Flucht.

Die indische Regierung schickte einige tausend Paramilitärs, die auch mit Hubschraubern Jagd auf die Gewalttäter machen sollen. Arbeiter der Teeplantagen bewaffneten sich mit Pfeil und Bogen. Gegner sind radikale Kämpfer des Volksstammes der Bodo, die zur "Nationalen Demokratischen Front von Bodoland" (NDFB) gehören, und die für das jüngste Blutbad im nordindischen Staat Assam verantwortlich gemacht werden. Nach einer Serie von Überfällen der Bodo sind tausende Menschen von den Plantagen und aus ihren Heimatdörfern geflohen. Sie harren in Camps, Schulen und Kirchen aus und warten auf Nahrungsmittel und Wasser.

Arbeiter von den Teeplantagen bewaffnen sich mit Pfeil und Bogen gegen die radikalen Bodo (foto: reuters)

Arbeiter von den Teeplantagen bewaffnen sich mit Pfeil und Bogen gegen die radikalen Bodo

Mehr als 2000 Flüchtlinge hätten in Notlagern Unterschlupf gesucht, sagte ein Mitarbeiter der Sozialbehörden der Nachrichtenagentur AFP. Die Menschen in der Region seien angesichts der jüngsten Eskalation "verängstigt und beunruhigt". Viele gehören zur Gemeinschaft der Adivasis, die ebenso wie die Muslime immer wieder Opfer der Verfolgung durch den Bodo-Stamm werden. Präsident Pranab Mukherjee sprach von einem "terrorristischen Akt" und drohte mit starker Hand zurückzuschlagen. Innenminister Rajnath Singh erklärte, es werde im Kampf gegen den Terror "keinerlei Toleranz" geben.

Die Bodo-Extremisten hatten nach Polizeiangaben am Dienstag mehrere Dschungeldörfer in den Distrikten Sonitpur und Kokrajhar angegriffen. Sie schossen wahllos um sich und steckten Wohnungen in Brand. Bewohner wurden aus ihren Häusern gezerrt und ermordet. Viele der Opfer waren Frauen und Kinder.

Beobachter vermuten dahinter einen Racheakt einer Hardliner-Fraktion der Bodo-Front, die Gespräche mit der Regierung in Neu Delhi ablehnt und Vergeltung für die jüngste Offensive der Armee in der Region üben wollte. Nach Polizeiberichten waren dabei viele Bodo-Milizionäre getötet worden und die Sicherheitskräfte hatten viele Waffen erbeutet.

Wie etwa ein Dutzend Gruppen im Norden Indiens kämpft auch die NDFB seit Jahrzehnten für Unabhängigkeit von der indischen Zentralmacht. In Assam an der Grenze zu Bhutan und Bangladesch streiten sich die alteingesessenen Bodo, andere Ureinwohner und muslimische Siedler um Land, und dies immer wieder mit Gewalt.

SC/wl (afp, APE, rtr)