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Kultur

Auf der Flucht ertrunken

Rund 600 Menschen sind nach Angaben von Behörden und Rettungshelfern nach der Explosion eines Munitionslagers in der nigerianischen Stadt Lagos ums Leben gekommen.

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Die Stadt Lagos im Hagel von Bomben, Granaten und Gewehrmunition

Ein Feuer hatte sich am Sonntagabend im Stadtteil Ikeja von einem Straßenmarkt auf das Lager ausgeweitet und einen Hagel von Bomben, Granaten und Gewehrmunition ausgelöst. Hunderte Menschen sind auf der Flucht vor den Bränden und Detonationen ertrunken. Helfer bargen die meisten Opfer aus zwei Kanälen der Lagunen- und Hafenstadt.

Die Menschen seien vermutlich vom Flüchtlingsstrom abgedrängt oder zu Tode getrampelt worden, hieß es. Mindestens zwölf Tote wurden nach Polizeiangaben in den verwüsteten Straßen von Ikeja geborgen. Durch den stark verwüsteten Stadtteil, nur sechs Kilometer vom internationalen Flughafen entfernt, irrten derweil Scharen von Kindern. Sie hatten im Durcheinander ihre Eltern verloren. Eine Militärkommission soll nach Ankündigung von Obasanjo die Unglücksursache untersuchen und die Verantwortlichen ausmachen.

Behörden versichern: "Kein Putschversuch"

Der Stadtteil sei stark beschädigt worden, berichteten Augenzeugen. Die Kaserne und zahlreiche Wohnhäuser neben dem Depot wurden durch das Feuer oder vom Himmel stürzende Teile zerstört. Eine Kirche sei völlig in sich zusammen gefallen, hieß es. Noch im 30 Kilometer entfernten Stadtteil Ikoyi erschütterten Bombensplitter die Häuser, sagten Anwohner im lokalen Rundfunk.

Der Gouverneur von Lagos mahnte die Bevölkerung zur Ruhe. Es handle sich nicht um einen Putschversuch, versicherte Bola Tinubu im staatlichen Rundfunk. "Alle Spekulationen über einen militärischen Machtwechsel sind falsch", sagte Tinubu. Nigeria wurde bis 1999 von einem Militärregime regiert. (pg)

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