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Sprachbar

Auf den Strumpf gekommen

Wer bin ich? Ich bin ein treuer Wegbegleiter für meinen Besitzer, trete paarweise auf und existiere in sämtlichen Farben, Formen und Materialien. Es wird Zeit, dass wir uns näher kennenlernen.

Eine Frau hält einen Strumpf hoch und hält sich dabei die Nase zu

Manchmal kann ich ganz schön in Ungnade fallen

Ich stamme aus dem 14. Jahrhundert und hatte ursprünglich mit dem heutigen Strumpf nichts zu tun. Mich bezeichnete lediglich etwas Röhrenförmiges, zum Beispiel ein Gefäß oder auch einen hohlen Baumstumpf. Erst im 18. Jahrhundert, als man Füße in einen Hosenstrumpf steckte, bekam ich meine Bedeutung als ein Kleidungsstück für den Fuß. Leider blieb es bei diesem Strumpf nicht. Man änderte mich, man schnitt mich ab, man dehnte mich, man erfand mich neu. Ich machte in all den Jahren eine Verwandlung durch. Das zog mir glatt die Strümpfe aus. Aber immer noch bestehe ich aus zwei Teilen: dem Füßling und dem Beinling.

Strumpf ist Trumpf

Geldscheine in einem Sparstrumpf

Als Sparschwein lasse ich mich gerne einspannen

Nun gibt es mich in verschiedenen Größen, Längen, Herstellungsweisen und Materialien. Ob als Nylon-, Perlon-, Seiden-, Woll-, Knie-, Damen-, Herren-, Kinder-, Netz-, Strick-, oder Sportstrumpf. Selbst als Sparstrumpf für Leute, die lieber ihr erspartes Geld als ihre Füße in mich stecken. Mich gibt es allerdings immer nur im Doppelpack. Daher ist Vorsicht geboten, dass nicht ein Teil von mir verloren geht. Ich bin wie ein Zwillingspaar, das normalerweise nicht getrennt werden darf.

Mit dem Socken habe ich allerdings nichts zu tun. Der ist genau genommen mein kleiner Bruder, nicht ganz so lang und nicht ganz so ausgefallen wie ich. So langsam sind wir aber beide alt genug, um unsere Geschwisterrivalität zu vergessen und dem anderen seinen Erfolg zu gönnen.

Zart bestrumpft

Ein Strumpf mit einem Loch am dicken Zeh

Ein Strumpf lässt sich nicht unterkriegen

Ich werde angezogen und ausgezogen. Ich werde gewaschen und nochmals gewaschen. Und ich werde üblen Bedingungen ausgesetzt wie schlechtem Wetter. Dann kann es vorkommen, dass bei Regenjemands Strümpfe Wasser ziehen. Ein anderer Erzfeind von mir, neben dem Regen, ist der berüchtigte Käsefuß, denn er belästigt mich mit Schweiß und Gestank. Bei so einem Hin und Her platzen einem manchmal die Strümpfe – oder die Nähte.

Für so einen Fall gibt es dann Ersatzstrümpfe. Die brauchen vor allem Frauen, denn die sind die Schlimmsten. Nicht nur, dass Sie uns ständig Löcher zu fügen! Ihnen reicht kein normaler Strumpf.

Die Damen und ich – eine Hassliebe

Eine Braut in einem weißen Hochzeitskleid rückt sich ihr blaues Strumpfband zurecht

Ich bin manchmal treuer als so mancher Ehegatte

Es müssen Nylonstrumpfhosen, Seidenstrümpfe oder ein Strumpfband sein. In schwarz, durchsichtig oder bunt und mit Karo- oder Blumenmuster. Da würde jeder Strumpf sich liebend gern auf die Strümpfe machen. Aber, was tut man nicht alles für die Damenwelt?

Viele Bräute tragen mich zu ihrer Hochzeit mit einem Strumpfband in blauer Variante, da es für Treue und Beständigkeit in der Partnerschaft stehen soll. Ich habe dieses Image ja auch nicht von ungefähr, denn obwohl mich alle so stiefmütterlich behandeln, bleibe ich ein treuer Wegbegleiter. Und man muss zugeben: Dafür, dass ich das alles mitmachen muss, stehe ich noch ganz schön gut im Strumpf.

Barfuss oder Lackschuh

Herrenbeine, die Sandalen und Socken tragen

Das wird niemals Trend!

Ich habe mich dann sogar breitschlagen lassen, zur Bauch-weg-Strumpfhose zu werden. Nur weil Frauen zu faul sind, den Bauch einzuziehen, muss ich wieder herhalten und die Röllchen verstecken.

Ich darf aber hier mit den Damen nicht härter ins Gericht gehen als mit den Männern. Denn, was manche Herren mit mir machen, grenzt an "ästhetische Strumpfverletzung". Merkt es euch doch bitte ein für alle Mal: Tragt mich nicht in weiß zur schwarzen Hose und schon gar nicht in Sandalen! Ich bin völlig von den Socken, wie ihr auf diese Idee kommen könnt.

Von Neidern und Nachmachern

Damenbeine, die mit hohen geringelten Strümpfen bekleidet sind

Der etwas andere Weihnachtsstrumpf

Im Sommer werde ich als Wollstrumpf nicht gern gesehen. Im Winter bin ich so beliebt, weil ich nicht nur kalte Füße erwärme. Nein, man hängt mich sogar als schicken, bestickten und verzierten Weihnachtsstrumpf an die Wand. Dann werde ich nicht mit Geld, sondern mit Geschenken und Essen gefüllt.

Trotz allem Wehklagen: Im Endeffekt bin ich zufrieden. Dadurch, dass mein Erfinder wortwörtlich auf den Strumpf kam, bin ich berühmt und beliebt. Egal welcher Trend kommt und geht: Der modische Mann sowie die modische Frau von heute tragen mich immer – selbst Pippi Langstrumpf. Sie ist wohl meine berühmteste Trägerin und sorgt bei den Kindern dafür, dass ich in geringelter Variante nie aussterbe. Mein Dank geht aber auch an das Tierreich, obwohl ich bei den Tieren bislang noch keinen durchschlagenden Erfolg hatte. Immerhin ist eine ganze Schlangengattung nach mir benannt: die Strumpfbandnatter.

Wie du mir, so ich dir

Jetzt, wo wir uns etwas besser kennengelernt haben, muss ich euch sagen: Wir können wohl nicht mit-, aber auch nicht ohne einander leben. Ich verzeihe euch die Löcher, und dass ich so selten Tageslicht bekomme, wenn ihr im Gegenzug einseht, wie wichtig ich für euch bin. Hört auf Wilhelm Busch und wir werden wunderbar miteinander auskommen: "Schmiegsam, biegsam, mild und mollig ist der Strumpf, denn er ist wollig."



Fragen zum Text

Wenn jemand von den Socken ist, ist er ...
1. erstaunt.
2. außer Atem.
3. faul.

Socken sind ... als Strümpfe.
1. wärmer
2. kürzer
3. bunter

Steht man gut im Strumpf, ...
1. ist der Strumpf bequem.
2. sieht man gut aus für sein Alter.
3. hat man viel Geld.


Arbeitsauftrag
Welcher andere Alltagsgegenstand ist so selbstverständlich, dass man nicht über ihn nachdenkt, aber auch nicht ohne ihn leben könnte? Was fällt Ihnen ein? Schreiben Sie einen Dankesbrief an ihren liebsten Alltagsgegenstand.

Autorinnen: Anjum Hyder; Katharina Boßerhoff
Redaktion: Beatrice Warken

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