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Asien

Aufäumarbeiten nach Flut in Brisbane begonnen

Nachdem das Hochwasser in Australiens drittgrößter Stadt Brisbane langsam wieder zurückgegangen ist, haben die Einwohner mit den Aufräumarbeiten begonnen. Die werden sich allerdings noch einige Zeit hinziehen.

Ein Mann und eine Frau schieben mit Besen den Schlamm aus ihrer Einfahrt (Foto: ap)

Die Einwohner von Brisbane beginnen mit der Reinigung ihrer Häuser

Der Pegel des Brisbane River lag am Freitag (14.01.2011) bereits zwei Meter unter der Höchstmarke von 4,46 Metern vom Donnerstag. Mit dem Rückgang des Hochwassers wird nun das Ausmaß des Schadens sichtbar. Mehr als 30.000 Wohn- und Geschäftshäuser sind bei den Überschwemmungen beschädigt worden. Die Inneneinrichtung ist in der Regel nicht mehr zu gebrauchen.

Die Einwohner von Brisbane haben begonnen, ihre Häuser von dem stinkenden Schlamm zu befreien und die nicht mehr brauchbaren Möbel auf die Straße zu tragen. Die Stadt hat in den vom Hochwasser betroffenen Vierteln 150 Müllcontainer aufgestellt, damit die Einwohner Möbel entsorgen können.

Wer kann, soll sauber machen

Ein Mann sitzt auf einer Mauer und versucht, mit einem Schlach Schlamm wegzuspritzen (Foto: ap)

So kann die Reinigung noch eine Weile dauern

Brisbanes Bürgermeister Campbell Newman hat im Fernsehen erklärt, oberste Priorität habe nun, die Straßen von dem Schlamm zu säubern. Er rief alle Bewohner auf, der Stadt bei ihren Aufräumarbeiten zu helfen, wenn sie über Bulldozer oder ähnliche Maschinen verfügten. Am Freitag hat die Müllabfuhr erstmals seit Beginn des Hochwassers in Brisbane wieder ihren Dienst aufgenommen. Auch der öffentliche Nahverkehr hat wieder mit der Arbeit begonnen.

Um die Aufräumarbeiten zu beschleunigen, hat Australiens Ministerpräsidentin Julia Gillard die Zahl der Soldaten, die bei dem Wiederaufbau helfen, auf 1200 verdoppelt.

Aus Sicherheitsgründen war die Stromversorgung in großen Teilen der Stadt abgeschaltet worden. Mittlerweile haben 171.000 der davon betroffenen Haushalte wieder Strom. 66.000 weitere Haushalte mussten noch ohne Elektrizität auskommen. Sobald sichergestellt ist, dass es bei einem Wiederanschluss nicht zu Kurzschlüssen kommt, werden diese Haushalte wieder mit Energie versorgt.

Die Spielfläche eines Stadions ist mit Wasser bedeckt (Foto: ap)

Kein Schwimmstadion: Bis in Brisbanes Suncorp Stadion wieder gespielt werden kann, wird es noch eine Weile dauern. Denn das Wasser hinterlässt zähen Schlamm.

Einige Vermisste werden wohl nie gefunden werden

Mittlerweile wurden im Zusammenhang mit der Flut 26 Todesfälle offiziell bestätigt. Die Zahl kann aber noch steigen. Denn noch immer werden Dutzende Menschen vermisst. Die meisten Vermissten gibt es in der westlich von Brisbane gelegenen Stadt Toowoomba. Anfang der Woche waren dort bei einer Springflut 14 Menschen ums Leben gekommen. Polizeichef Bob Atkinson machte am Freitag den Angehörigen von Vermissten wenig Hoffnung. "Leider können wir nicht völlig ausschließen, dass einige möglicherweise niemals gefunden werden", so Atkinson.

Die Zukunft wird schwierig

Ein Mann steht in seiner Küche. Kühlschrank, Herd und Schränke liegen verstreut auf dem Boden. (Foto: ap)

Wenn die Flut geht, bleibt Chaos

Schon vor der Überflutung der Zwei-Millionen-Stadt Brisbane lag der Schaden bei rund fünf Milliarden Dollar. Die Schadenssumme wird aber vermutlich deutlich ansteigen. Denn noch ist das gesamte Ausmaß der Schäden kaum bezifferbar. Laut Schätzungen wird das Hochwasser die wohl teuerste Naturkatastrophe Australiens werden.

Anna Bligh, die Regierungschefin von Queensland, hatte bereits am Donnerstag kritisch in die Zukunft geblickt: "Auf uns kommt ein Wiederaufbau wie nach einem Krieg zu." Sie geht davon aus, dass die Einwohner so schnell wie möglich nach dem Rechten sehen wollen, dort aber eine böse Überraschung erleben könnten. "Viele Menschen werden heute, morgen und in den nächsten Tagen damit beginnen, erstmals wieder in ihre Häuser und ihre Vororte zurückzukehren. Einige dieser Häuser werden abgerissen werden müssen."

Sie rief die Einwohner von Brisbane zum Zusammenhalt auf. Jeder sollte seinen Freunden, Bekannten und Nachbarn helfen. Denn nicht nur der Wiederaufbau wird Kraft kosten, sondern auch die Verarbeitung der Katastrophe. "Es gibt eine Menge Kummer und Leid, wenn die Leute entdecken, was mit ihren Häusern und Straßen passiert ist", so Bligh.

Autor: Marco Müller (dpa, afp, ap)

Redaktion: Silke Ballweg

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