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Wirtschaft

Audi wird 100

Von Horch bis Audi, von der privaten Ideenschmiede zum Weltkonzern - der Ingolstädter Autobauer feiert sein hundertjähriges Bestehen. Die Idee mit dem Namen Audi kam damals von einem zehnjährigen Kind.

Audi-Rennwagen (Foto: Audi AG)

Audi feiert sich und seine Produktpalette

Eigentlich hätte es keinen schlechteren Zeitpunkt für einen "Hundersten" geben können, als den Höhepunkt einer weltweiten Wirtschaftskrise. Doch irgendwie passt das ganz gut zur Firmengeschichte von Audi, einem Unternehmen, das sich in den letzten hundert Jahren mehrfach neu erfinden musste.

1899 macht sich der bis dahin für die Firma Carl Benz in Mannheim tätige Automobilingenieur August Horch mit seiner ersten Firma Horch & Cie. selbständig. Gleich sein erstes Fahrzeug war Horchs Erfindergeist zu verdanken. Entgegen dem damaligen Trend baut er ein Automobil mit einem Motor über der Vorderachse statt hinter den Sitzen.

Aus Horch wird Audi

August Horch, Gründer von Audi (Foto: Audi AG)

Mit dem Erfindergeist des Automobilingenieurs August Horch fing Audis Geschichte an

Nach Streitereien mit der kaufmännischen Führung verlässt er das eigene Unternehmen. Am 16. Juli 1909 gründet er im sächsischen Zwickau eine zweite Firma unter dem Namen "Horch", der ihm aber gerichtlich verboten wird.

Die Idee zum neuen Firmennamen kommt dann von Heinrich Fikentscher, dem zehnjährigen Sohn eines Freundes. Der Schüler übersetzt Horchs Namen ins Lateinische, was dort schlicht "Audi" heißt. In den Folgejahren konstruiert er zahlreiche Automobile, vollgepackt mit Innovationen wie Aluminiummotorblock, Mittelschaltung und Drehzahlmesser. 1921 folgt das erste Auto mit einer Linkssteuerung.

Die Geburtsstunde der vier Ringe

Audi-Limousine (Foto: Audi AG)

Stolze Besitzer einer Audi-Limousine

1928 übernimmt der DKW-Konzern die Mehrheit der 1914 in eine AG gewandelten Audi-Werke. Auf Druck der sächsischen Landesbank muss DKW/Audi auf dem Höhepunkt der Weltwirtschaftskrise schließlich mit den Automarken Horch und Wanderer zur "Auto Union" fusionieren - bis heute im Audi-Firmenlogo, durch die vier ineinander verschlungenen Ringe sichtbar.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wird die in der sowjetisch besetzten Zone gelegene Auto Union enteignet. Während sich die meisten Ingenieure in den Westen absetzen, wird in den Zwickauer Werken später der Trabant produziert.

Vom Ersatzteillager zum Standort Ingolstadt

Das Rathaus im Zentrum von Ingolstadt (Foto: DW)

Ingolstadt heute - in der überschaubaren Stadt an der Donau befindet sich die Konzernzentrale

Um die 65.000 auf westdeutschen Straßen noch fahrenden DKW mit Ersatzteilen versorgen zu können, wird unter der Führung ehemaliger Auto-Union-Manager ein Zentrallager an der Donau errichtet. Mit Horchs Hilfe entsteht dort schließlich 1949 die Zweite Auto Union, die unter der Marke DKW erst einmal ausschließlich Motorräder und Lastwagen baut.

Übernahme durch Autoriesen

1958 übernimmt Daimler-Benz die wieder gewachsene Auto Union. Horchs Firma ist nun, sieben Jahre nach seinem Tod 1951, wieder dort, wo er als Ingenieur angefangen hat. Die Stuttgarter wollen kleinere Automobile bauen. 1965 verkauft Mercedes das Ingolstädter Werk dann aber schon wieder an VW, das die modernen Produktionsstätten in Ingolstadt nutzen will, um den Käfer zu bauen. VW untersagt der Auto Union deshalb die Konstruktion eigener Fahrzeuge.

Der Audi 100

Audi-RSQ-2004-Front-Seite (Foto: Audi AG)

Audi ist im Moment Nummer drei der deutschen Premiumhersteller

Heimlich und ohne Wissen der Konzernmutter in Wolfsburg betreibt Chefingenieur Ludwig Kraus den Bau eines eigenen Fahrzeugs. Überzeugt vom Produkt, stimmt VW schließlich dem Bau des Audi 100 zu, der 1968 auf den Markt kommt und zum Bestseller wird. Bis 1976 laufen 830.000 dieser Autos vom Band. Durch den Zusammenschluss mit den NSU Motorenwerken heißt das Unternehmen dann in den 70er Jahren "Audi NSU Auto Union AG" mit Sitz in Neckarsulm.

Audi Q5 (Foto: Audi AG)

Audi Q5 - die Quattro Technologie machte Audi weltbekannt

Mit dem Aus der Marke NSU im Jahr 1977 macht der sperrige Name schließlich keinen Sinn mehr. Allerdings dauert es bis 1985, bis sich das Unternehmen in AUDI AG umbenennt und seinen Sitz nach Ingolstadt zurückverlegt. Produkte wie die Quattro Technologie machen das Unternehmen weltberühmt und zur Nummer drei der deutschen Premiumhersteller hinter Mercedes und BMW.

Erfolg trotz Krise

Im Gegensatz zur Münchner und Stuttgarter Konkurrenz ist das Ingolstädter Unternehmen bislang verhältnismäßig glimpflich durch die Krise gekommen. So konnte Audi im Juni als erster Premiumhersteller mit 1,3 Prozent sogar wieder ein leichtes Absatzplus verzeichnen. Besonders positiv wirkt sich hierbei Audis Stärke in China aus. Im April 2009 konnte Audi seinen Absatz auf dem chinesischen Markt um 21 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat auf 12.156 Fahrzeuge steigern. Hauptsächlich konnten die vor Ort gefertigten Langversionen des A4 und des A6 verkauft werden.

Rupert Stadler, Vorsitzender des Vorstands der Audi AG (Foto: Audi AG)

Vorstandsvorsitzender Rupert Stadler will Audi bis 2015 zum weltweit erfolgreichsten Premiumhersteller machen

Außerdem profitiert Audi von Synergieeffekten unter dem Dach der VW-Konzernmutter. So wird der Q7 im Werk Bratislava auf der gleichen Plattform wie der VW Touareg und der Porsche Cayenne gebaut. In den nächsten Monaten kommen dann noch mehrere neue Modelle, darunter der kleine A1, der perfekt zum Trend der kleineren Modelle passt.

Pünktlich zum 100. Geburtstag scheint das Unternehmen bestens aufgestellt und muss sich deshalb von der aktuellen Situation die Party auch nicht verderben lassen.

Autor: Taufig Khalil

Redaktion: Zhang Danhong

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