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Wirtschaft

Audi: Mehr Gewinn, weniger Rendite

Audi hat im vergangenen Jahr einen neuen Absatzrekord aufgestellt. Allerdings blieb pro verkauftem Wagen weniger in der Kasse hängen als noch vor Jahresfrist.

Audi peilt trotz Unsicherheiten in diesem Jahr einen weiteren Absatzrekord an und will bereits vor 2020 die Marke von zwei Millionen verkauften Autos knacken. Dabei werde das Umfeld für die Nobelmarke weiter herausfordernd bleiben, sagte Audi-Chef Rupert Stadler am Dienstag in Ingolstadt bei der Vorlage der Bilanz der Volkswagen-Tochter.

"Wir zielen auf ein neues Rekordjahr", sagte Stadler. Der Start ins Jahr sei gelungen, im Februar legten die Verkäufe um 7,4 Prozent zu. "Allein im ersten Quartal fahren unsere Standorte in Ingolstadt und Neckarsulm 19 Sonderschichten", so Stadler weiter. Für die Konzernmutter bleibt Audi der wichtigste Ertragsbringer.

Zunehmende Unsicherheiten

Dennoch sei bereits 2014 kein Selbstläufer gewesen. So habe die Weltwirtschaft Rückschläge erlitten, in Wachstumsmärkten wie Brasilien, Indien oder Russland laufe es nicht rund. "Strukturelle Probleme, schwächelnde Rohstoffmärkte und - zum Beispiel im Falle Russlands - geopolitische Konflikte machen den wirtschaftlichen Hoffnungsträgern bis heute zu schaffen", sagte Stadler.

Insgesamt werde die Welt komplizierter. Es gebe mehr Wettbewerb, mehr Geschwindigkeit, die Verflechtungen würden enger. Dazu kämen Krisen, Konjunkturschwankungen und Währungsrisiken. "Im Ergebnis entsteht weniger Sicherheit, weniger Planbarkeit und insgesamt weniger Unabhängigkeit", sagte Stadler. Wer als Unternehmen dabei im Spiel bleiben wolle, müsse möglichst viele Variablen einkalkulieren. "Und doch ist jedes Wirtschaften immer eine Wette auf die Zukunft."

Gewinn gesteigert

Im vergangenen Jahr ist diese Wette für Audi aufgegangen. Dank Verkaufszahlen in Rekordhöhe hat Audi 2014 den Gewinn gesteigert. Das operative Ergebnis legte um 2,4 Prozent auf 5,15 Milliarden Euro zu, wie die Ingolstädter VW-Tochter am Dienstag mitteilte. Audi hatte das ganze Jahr über offen gelassen, ob der Gewinn angesichts hoher Kosten für neue Modelle, Werke, Technologien und anhaltende Rabattschlachten überhaupt zulegen werde.

Zu Buche schlugen die vielen Ausgaben aber doch: Pro verkauftem Auto blieb weniger Geld hängen. Die operative Rendite sank 2014 auf 9,6 Prozent, im Vorjahr waren es noch 10,1 Prozent. Damit lag Audi vor Konkurrent Daimler, der im Pkw-Geschäft 2014 eine Gewinnspanne von 8,1 Prozent erzielte. BMW hat noch keine Zahlen vorgelegt.

"Wir haben mehr geliefert als wir versprochen haben", sagte Stadler. Audi hatte 2014 weltweit rund 1,74 Millionen Autos verkauft und einen neuen Absatzrekord erreicht. Stadler will bis 2020 den Erzrivalen BMW an der Spitze der Oberklassehersteller ablösen. Das Ziel, bis 2020 auch die Marke von zwei Millionen verkaufter Autos zu knacken, zieht Stadler vor - auch wenn er nicht verrät, wann es soweit sein soll. Der Branchenprimus BMW hatte bereits im vergangenen Jahr mehr als zwei Millionen Autos verkauft. Die Münchner legen kommende Woche die Zahlen für 2014 vor.

wen/zdh (rtrd, dpa)