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Wirtschaft

Auch Piraten mögen Kaffee

Markenklau ist ein weltweites Problem. Jetzt sieht sich die Kaffeefirma Starbucks als Opfer von chinesischen Markenpiraten. Der vermeintliche Täter Xingbake sieht das ganz anders.

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Begehrte Bohne: Nicht nur Starbucks will mit Kaffee verdienen

Mit dem Urheberrecht nimmt man es in Asien nicht so genau: CDs? Brandneu auf dem Markt? Kein Problem, die gibt’s in China für ein, zwei Euro. Software? Wen kümmert’s schon, dass sie schwarz gebrannt ist, Hauptsache billig! Jeans von Levis? Auch die kann man kaum vom Original unterscheiden, sie kosten nur wesentlich weniger. Und jetzt das: Diesmal sieht sich das Kaffee-Paradies Starbucks im Visier von hemmungslosen Nachahmern.

Bloß purer Zufall

Starbucks: Kaffeeshop jetzt demnächst auch in Deutschland

Vorbild? Das Logo von Starbucks

Xingbake heißt die chinesische Variante des Paradieses. Starbucks ist empört: Denn spricht man Starbucks chinesisch aus, klingt das genau wie Xingbake und die chinesischen Schriftzeichen sind ebenfalls identisch. Auch das grüne und runde Logo von Xingbake kommt einem irgendwie bekannt vor.

Das sei alles purer Zufall, rechtfertigt sich Mao, der Manager von Xingbake. "Das Logo wurde von unserem Personal entworfen. Um ehrlich zu sein, ich hatte vorher noch nie von Starbucks gehört – wie hätte ich da Starbucks imitieren können?" Und überhaupt gäbe es gar nicht soviel Ähnlichkeit, denn bei Starbucks müssen Kunden ihren Kaffee selber holen, bei Xingbake dagegen würden sie bedient.

Menschen in Peking

Starbucks ist in Peking seit Jahren bekannt

Für Starbucks ist das alles wenig überzeugend. Zwar gab es in der Tat noch keinen Starbucksladen in Schanghai, als Xingbake Anfang 2000 den Namen registrieren ließ. Starbucks hatte aber bereits 1999 den ersten Laden in der Hauptstadt Peking eröffnet. Nun überlegt sich der Konzern gerichtlich gegen die vermeidlichen Piraten vorzugehen. Damit sollte er sich beeilen, denn Xingbake hat bereits angekündigt, solange kein Urteil gefällt ist, 30 bis 50 Franchiseunternehmen in Schanghai eröffnen zu wollen.

Spielzeug muss teuer bleiben

Dieser Schuss kann aber nach hinten losgehen, wie der Fall des dänischen Spielzeugherstellters Lego zeigte. 1999 klagte der Konzern gegen eine chinesische Firma, die den Legosteinen bemerkenswert ähnliche Plastikbausteine herstellte.

Golfspieler in Lego

Lego hat sich durchgesetzt

Mit Erfolg: die Chinesen mussten nicht nur die Produktion einstellen mussten, das Gericht verdonnerte sie auch noch zu Schadensersatz. Damit scheint es sich bemerkbar zu machen, dass China seit Dezember 2001 Mitglied der Welthandelsorganisation WTO ist und damals zugesagt hatte, Produktpiraterie und Urheberrechtsverletzungen härter zu verfolgen.

Mit viel Glück kann man sich manchmal aber auch den Weg zum Gericht sparen. Im vergangenen Jahr verklagte eine chinesische Firma eine andere chinesische Firma, weil die denselben Namen "Kendeji" für ihre Fleischprodukte benutzte. Überraschender Weise entschied das Gericht, dass in Zukunft keiner von beiden den Namen verwenden darf. Der habe nämlich dieselbe chinesische Aussprache und Schreibweise wie die amerikanische Fastfoodkette Kentucky Fried Chicken.

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