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Natur

Auch Marienkäfer fressen sich Winterspeck an

Federleicht krabbelt er über viele Kinderhände: der Marienkäfer. Als Blattlausvernichter ist er bei Gärtnern beliebt. Doch wie kommt dieser kleine Käfer durch den Winter?

Grauer Himmel, Dauerregen, frostige Temperaturen: Auch Marienkäfer haben Strategien entwickelt, um der kalten Jahreszeit zu trotzen. Winterspeck, wie wir ihn uns mit Schokolade, Weihnachtsplätzen und deftigem Essen anfuttern, hilft auch dem kleinen Krabbelinsekt. Auf seinem Speiseplan steht jedoch Grünzeug. "Vermutlich fressen sie sich in Obst- und Weinbaugebieten den letzten Winterspeck an", sagte Stefanie Hahn vom Julius Kühn-Institut in Braunschweig.

Dafür nutze der Marienkäfer das milde und feuchte Wetter der vergangenen Tage, und zwar zu Hauf. Große Schwärme von Marienkäfern versetzten viele Menschen im Rheinland in Staunen. Tausende Käfer schwirrten umher, setzten sich auf Kleidung und versuchten, in ihre Ritzen zu kriechen. Zu Hunderten krabbeln die Käfer auch schon mal durch geöffnete Fenster, auf der Suche nach frostfreien Hohlräumen zum Überwintern, berichtet der Naturschutzbund. Diese Eigenschaft sei zu dieser Jahreszeit jedoch nicht ungewöhnlich, sagte Hahn.

Deutschland Asiatische Marienkäfern an einer Tür (Foto: picture-alliance/blickwinkel/F. Hecker)

Dieser Schwarm asiatischer Marienkäfer sucht sich einen frostsicheren Platz

Körpereigenes Wärmesystem

Die inzwischen in ganz Europa verbreiteten Asiatischen Marienkäfer suchten im Herbst nach Überwinterungsplätzen und könnten dann zu Tausenden auf Hauswände oder zu sonnigen, warmen Plätzen fliegen, erklärte die Biologin Hahn. "Die Kommunikation untereinander sorgt dann dafür, dass sich der ganze Schwarm dort sammelt." "An Ost- oder Nordseestränden wird das auch schon mal als Plage empfunden." Warum die Tiere derart massenhaft wie gerade jetzt in Nordrhein-Westfalen auftreten, sei unklar und hänge wahrscheinlich mit ihrem Lebenszyklus zusammen. Marienkäfer werden in der Regel nur etwas über ein Jahr alt. Sie überwintern nur einmal, um im Frühjahr Eier abzulegen. In ihren Verstecken kühlen sie aus und fallen in Winterstarre. Ihre Körpertemperatur fällt zwar unter null Grad Celsius, trotzdem gefrieren sie nicht. Sie produzieren ihr eigenes Glycerin, das den Gefrierpunkt ihrer Körperflüssigkeit senkt.

In solch großen Schwärmen tritt allerdings nur der asiatische Marienkäfer auf. Die Gattung wurde vor einigen Jahren nach Europa eingeschleppt. Sie fühlt sich in unseren Gefilden pudelwohl und vermehre sich im Gegensatz zum einheimischen Marienkäfer mehrmals im Jahr.

pab/uh (dpa, br)

 

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