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Politik & Gesellschaft

Auch Grundwasser unter Fukushima verstrahlt

Aus dem Unglücksreaktor tritt weiter Radioaktivität aus. Nach dem Meerwasser und der Umgebung ist nun auch das Grundwasser betroffen. Die Evakuierungszone soll trotzdem nicht ausgeweitet werden.

Bodenprobe in Fukushima (Foto: AP)

In Fukushima werden Bodenproben entnommen

In Japan werden immer häufiger erhöhte Strahlenwerte gemessen. Im Grundwasser unter dem beschädigten Atomkraftwerk Fukushima sei ein 10.000-fach erhöhter Wert von Jod-131 festgestellt worden, teilte die Betreibergesellschaft Tepco in der Nacht zum Freitag (01.04.2011) mit. In der Probe, die 15 Meter unter Reaktor 1 entnommen worden war, sei eine Strahlung von 430 Becquerel pro Kubikzentimeter gemessen worden.

Verstrahlte Lebensmittel

Geigerzähler (Foto: picture-alliance)

Greenpeace fordert, die Evakuierungszone zu vergrößern

Auch im Meerwasser vor Fukushima war bereits erhöhte Radioaktivität gemessen worden. Die Strahlung sei inzwischen 4385 Mal so hoch wie zulässig, teilte Tepco mit. Das sei der höchste Wert, der seit der Reaktorkatastrophe nach dem Erdbeben am 11. März gemessen wurde.

70 Kilometer von Fukushima entfernt wurde außerdem radioaktives Cäsium in einer geschlachteten Kuh entdeckt. Das Fleisch sei mit 510 Becquerel pro Kilogramm etwas höher belastet gewesen als zulässig, teilte das japanische Gesundheitsministerium am Donnerstag mit. Der gesetzliche Grenzwert liege bei 500 Becquerel. Erhöhte Radioaktivität war auch schon in Lebensmitteln wie Eiern und Gemüse entdeckt worden, die aus der Nähe von Fukushima stammten.

Kampf gegen die Kernschmelze

Mittagessen für Evakuierte (Foto: Silke Ballweg)

Flüchtlinge werden in Notunterkünften versorgt

In Fukushima versuchten Arbeiter unterdessen weiter, die Reaktoren zu kühlen und die Temperatur des Brennmaterials so niedrig zu halten, dass es nicht zu einer Kernschmelze kommt. Außerdem wurde damit begonnen, verstrahlte Reaktor-Trümmer mit Kunstharz zu besprühen. Dadurch soll die Ausbreitung von Radioaktivität verhindert werden. Wegen Regens musste das Besprühen aber wieder abgebrochen werden.

Die japanische Regierung lehnt es trotz der neuen erhöhten Strahlenwerte ab, mehr Menschen aus der Gegend um Fukushima zu evakuieren. Die internationale Atomenergiebehörde IAEA und die Umweltorganisation Greenpeace hatten gefordert, die Evakuierungszone auszuweiten. Greenpeace verlangte eine Zone von 40 statt bisher 20 Kilometern.

Sarkozy verteidigt Atomkraft

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy verteidigte bei einem Besuch in Japan die Nutzung von Atomenergie. Atomkraftwerke seien notwendig, um den Klimawandel zu bekämpfen, sagte er in Tokio. Sarkozy ist der erste ausländische Staatschef, der Japan seit Beginn der Atom-Katastrophe besucht.

Sarkozy sprach sich dafür aus, internationale Sicherheitsstandards für Atomkraftwerke zu vereinbaren. Die Sicherheit von Atomkraftwerken müsse beim nächsten G8-Gipfel Ende Mai in Frankreich diskutiert werden, sagte der japanische Ministerpräsident Naoto Kan. Man müsse Pläne zum Bau neuer Kernkraftwerke "grundlegend überdenken".

Autor: Dirk Eckert (afp, dapd, dpa)

Redaktion: Christian Walz / Martin Schrader

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