1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Russland-Affäre

Auch Google findet russische Polit-Anzeigen

Da waren es schon drei: Nach Facebook und Twitter hat nun auch Google russisch finanzierte Inhalte in seinen Angeboten entdeckt. Die großen Online-Plattformen geraten immer näher an die Russland-Affäre im US-Wahlkampf.

Zehntausende Dollar seien für gesponserte Inhalte mit dem Ziel einer "Desinformation" ausgegeben worden, berichtet die "Washington Post". Betroffen seien unter anderem die Videoplattform YouTube, die Suchmaschine Google und das E-Mail-Angebot Gmail.

Besonders bedeutend mache die Entdeckung, dass die Anzeigen aus einer anderen Quelle kamen als die bei Facebook und Twitter, heißt es in der Zeitung weiter. Das lege nahe, dass die Russland zugeschriebenen Aktivitäten noch breiter waren als bisher bekannt.

Google geht in seiner ersten Reaktion nicht direkt auf die Informationen ein. Der Internet-Konzern betont nur seine strikten Regeln für politische Werbung und dass es ein Verbot der gezielten Platzierung von Anzeigen nach ethnischer Zugehörigkeit und Religion gebe. Versuche, die Systeme zu missbrauchen, würden untersucht. Das Unternehmen unterstütze die laufenden Ermittlungen.

Bestimmte Nutzer punktgenau erreichen

Die besondere Stärke der Anzeigensysteme liegt darin, dass man die Zielgruppen ziemlich engmaschig auswählen kann. So können bezahlte Inhalte in sozialen Netzwerken oder Suchmaschinen gezielt an bestimmte Nutzer gerichtet werden. Dabei kommen Kriterien wie etwa Wohnort, Alter, Geschlecht, Interessen oder Sprachen zum Einsatz.

Das soziale Netzwerk Facebook und der Kurzbotschaftendienst Twitter haben bereits erklärt, russisch finanzierte Inhalte entdeckt zu haben. Der US-Kongress hat die beiden Internetkonzerne für den 1. November zu einer Anhörung eingeladen. Ob auch Google an der Anhörung teilnehmen könnte, ist bisher offen.

Der Kongress und die Justiz der Vereinigten Staaten prüfen, ob sich Russland in den US-Präsidentschaftswahlkampf im vergangenen Jahr eingemischt hat. Unter anderem besteht der Verdacht, dass soziale Netzwerke und Suchmaschinen zur Wählermanipulation genutzt wurden.

Der Kreml hat eine Einmischung in die Wahl, die der Republikaner Donald Trump überraschend für sich entschied, stets bestritten.

rb/gri (afp, ap, dpa)

Die Redaktion empfiehlt