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Aktuell Amerika

Auch FARC auf Friedenskurs

Seit Jahrzehnten bekämpfen die linksextremen Rebellen den kolumbianischen Staat. Nun bestätigte ihr Chef Londoño, dass mit der Regierung verhandelt werden soll. Ähnliche Anläufe waren bisher zum Scheitern verurteilt.

"Wir kommen an den Verhandlungstisch ohne Groll oder Arroganz", sagte der Chef der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC), Rodrigo Londoño, in einem von einem TV-Sender ausgestrahlten Video. Staatspräsident Juan Manuel Santos hatte in der vergangenen Woche offiziell bekanntgegeben, dass die Regierung "Sondierungsgespräche" mit der FARC führt, um in dem seit 48 Jahren andauernden bewaffneten Konflikt eine Lösung zu finden. Gleichzeitig aber schloss er eine Unterbrechung des Militäreinsatzes gegen die marxistischen Rebellen während der Kontakte aus. Wie zur Bestätigung teilte der kolumbianische Verteidigungsminister Juan Carlos Pinzón mit, dass die Armee sieben FARC-Rebellen getötet und fünf weitere gefangengenommen habe.

Ein FARC-Rebell beim Kampf im kolumbianischen Dschungel (Foto: picture-alliance/dpa)

Das ist seit Jahrzehnten "ihr "Geschäft": Ein Rebell der FARC beim Kampf im kolumbianischen Dschungel

Norwegen und Kuba Verhandlungsorte

Medienberichten zufolge sollen die Verhandlungen Anfang Oktober in Norwegen beginnen und in Kuba fortgeführt werden. Als Vermittler ernannte Santos den früheren grünen Bürgermeister von Bogotá, Lucho Garzón. Zuletzt gab es Friedensgespräche in den Jahren 1998 bis 2002 zwischen der Regierung des konservativen Präsidenten Andrés Pastrana und den Rebellen. Die Guerilla warf der Regierung damals vor, nicht entschieden genug gegen rechte Paramilitärs und Todesschwadronen vorzugehen. Der Friedensprozess scheiterte. Zuvor waren auch Initiativen unter den Regierungen der Präsidenten Belisario Betancur (1982-1986) und César Gaviria (1990-1994) erfolglos geblieben.

Die FARC ist die größte und älteste Guerillagruppe Kolumbiens. Ihr gehören nach offiziellen Angaben zwischen 8000 und 11.000 Kämpfer an, die vor allem in den Grenzgebieten zu Venezuela und Ecuador aktiv sind. Der fast fünfzigjährige Konflikt zwischen dem kolumbianischen Staat und der Guerilla hat bislang rund 200.000 Menschen das Leben gekostet.

sti/wa (afp, dpa, rtr)

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