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Aktuell Amerika

Auch ELN-Guerilla zu Friedensschluss bereit

Friedenssignale aus dem Urwald: In Kolumbien ist auch die zweitgrößte Guerillaorganisation bereit, den bewaffneten Kampf im Zuge eines Friedensprozesses einzustellen. Das verkündete ELN-Kommandeur Gabino.

Der oberste Kommandant der kolumbianischen ELN-Guerilla, Nicolás Rodríguez Bautista alias Gabino, gab in einem Internet-Video bekannt, die Aufständischen wollten Verhandlungen mit der Regierung aufnehmen. "Wir nehmen an diesem Dialog teil, um den wahren Willen der Regierung und des kolumbianischen Staates zu prüfen". Der Anführer fügte hinzu: "Wenn wir dann zu dem Schluss kommen, dass Waffen nicht entscheidend für Frieden sind, sind wir bereit, diese niederzulegen." Das Video ist in einer Urwaldregion aufgenommen und zeigt Männer und Frauen in Militäruniformen, mit Waffen und roten Mundtüchern.

Die Ankündigung der ELN (Nationale Befreiungsarmee) erfolgte am 50. Jahrestag des ersten bewaffneten Angriffs der Gruppe, die über rund 2500 Kämpfer verfügen soll. "Vor mehr als 50 Jahren ergriffen wir die Waffen, weil wir begriffen, dass legale Wege dem Streben der Menschen verschlossen waren", erklärte der Kommandeur. "Heute denken wir noch immer so."

Gespräche mit der FARC

Mit der größten linksgerichteten Rebellenorganisation Kolumbiens, der FARC, verhandelt die Regierung seit mehr als zwei Jahren in Kuba über einen Friedensschluss. Mitte Dezember rief die FARC (Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens) einen einseitigen Waffenstillstand aus. Die FARC haben noch etwa 8000 Kämpfer unter Waffen.

Der ELN-Kommandant versicherte in dem Video, seine Organisation bleibe den Zielen Gerechtigkeit, Demokratie, Gleichheit und Glück verpflichtet. Sie wolle Teil der aktuellen Veränderungen in Amerika sein und begleite den – so wörtlich – "heldenhaften Widerstand von Kuba, Venezuela und Argentinien gegen die imperialistische Aggression".

Die Guerillaorganisation betonte, dass die Initiative für Frieden und Demokratie in den Händen der Regierung liege. Der kolumbianische Staatspräsident Juan Manuel Santos hatte die ELN am Montag zu Friedensverhandlungen aufgerufen. Vorausgegangen waren monatelange Vorgespräche. Die marxistische ELN hatte bereits 2006 erfolglos Friedensverhandlungen mit der damaligen Regierung geführt. Nach amtlichen Angaben wurden in dem längsten bewaffneten Konflikt Lateinamerikas etwa 220.000 Menschen getötet. Rund 5,3 Millionen Menschen ergriffen vor den Kämpfen die Flucht.

kle/qu (epd, afp, rtre, ape)