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Aktuell Nahost

Auch Bahrain bricht diplomatische Beziehungen zum Iran ab

Grund sind Proteste in Teheran gegen die Hinrichtung eines bekannten schiitischen Geistlichen in Saudi-Arabien. Die Regierung in Teheran wirft Riad derweil vor, die Spannungen in der Region zu schüren.

Demonstranten mit einem Foto al-Nimrs (Foto: Reuters)

In Bahrain kam es am Wochenende auch zu Protesten gegen die Hinrichtung des schiitischen Geistlichen al-Nimr

Nach den Protesten in Teheran kappt auch die Golfmonarchie Bahrain ihre diplomatischen Beziehungen zum Iran. Die Regierung habe den iranischen Diplomaten 48 Stunden Zeit gegeben, das Land zu verlassen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur BNA über Twitter. Der sunnitisch regierte Golfstaat Bahrain unterhält enge Beziehungen zum erzkonservativen Königshaus in Riad.

Video ansehen 02:27

Proteste nach Hinrichtungen in Saudi-Arabien (03.01.2016)

Massenhinrichtung

Der schiitische Geistliche Nimr Baker Al-Nimr war am Samstag in Saudi-Arabien zusammen mit 46 weiteren Menschen wegen Terrorvorwürfen hingerichtet worden. Der 56-Jährige war ein entschiedener Gegner des sunnitischen Königshauses. Während des Arabischen Frühlings im Jahr 2011 hatte er sich für die Abspaltung der ölreichen östlichen Regionen Katif und Al-Ihsaa eingesetzt, in denen die meisten der rund zwei Millionen Schiiten Saudi-Arabiens leben. Im Oktober 2014 wurde er wegen Aufwiegelung, Ungehorsams und Waffenbesitzes zum Tode verurteilt.

Teheran: unvernünftige Entscheidung Riads

Nachdem Demonstranten am Samstagabend in Teheran die saudiarabische Botschaft angegriffen hatten,

brach Riad die diplomatischen Beziehungen zum schiitisch geprägten Iran ab.

Dort reagierte die Führung mit Kritik und warf dem sunnitischen Königreich eine Verschärfung der Lage in der Region vor. Außenamtssprecher Hussein Dschaber Ansari sagte, Riad versuche, seine inneren Probleme dadurch zu lösen, dass es sie nach außen exportiere. Der iranische Vizepräsident Eschak Dschahangiri bezeichnete Riads Entscheidung zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen als "voreilig und unvernünftig", wie die amtliche Nachrichtenagentur Irna meldete.

uh/se (dpa,afp,rtr)

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