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Wirtschaft

Auch Börse in Japan bricht ein

Wie zuvor in Europa und den USA, haben auch in Japan vor allem die Bankaktien die Börse in Tokio auf Talfahrt geschickt. Auch der Deutsche Aktienindex setzt seine Talfahrt nach kurzer Unterbrechung fort.

Bereits am Montag waren die Börsen weltweit unter Druck, am Dienstag brach auch die Börse in Tokio ein. Der Nikkei-Index büßte 5,4 Prozent ein und sackte auf 16.085 Punkte. Im Handelsverlauf war er bis auf 16.025,94 Punkte abgerutscht und kam damit nur knapp vor dem Tief vom 21. Januar zum Stehen. Hintergrund waren wachsende Sorgen über die Weltwirtschaft und die Stabilität des Finanzsektors.

Händler begründeten die Kursverluste an den Aktienmärkten unter anderem mit dem starken Yen, der auf den höchsten Stand seit Ende 2014 gestiegen ist. Durch den steigenden Wert der Währung werden Exporte erschwert und der Kurs der Notenbank und Regierung unterlaufen. Diese versuchen, mit einer Geldschwemme den Yen-Kurs zu drücken, um so die Wirtschaft anzukurbeln.

Zuletzt kostete ein US-Dollar 114,82 Yen und damit deutlich weniger als noch am Montag. "Es ist eindeutig, dass es heftige Währungsbewegungen gegeben hat", sagte Finanzminister Taro Aso. Zudem fiel die Rendite auf zehnjährige Staatsanleihen erstmals unter null Prozent - ein weiteres Indiz für die derzeitige Anomalie an den Finanzmärkten.

Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans notierte rund ein Prozent niedriger. Viele Märkte in Asien - darunter die Börsen in China - bleiben wegen des Neujahrsfestes die komplette Woche geschlossen.

Sorgen in Europa un d den USA

An Europas Börsen waren am Montag vor allem Finanzwerte unter die Räder gekommen. Grund waren Konjunktursorgen und die Angst vor möglichen Kreditausfällen in der Energiebranche. Der Deutsche Aktienindex Dax fiel um 3,3 Prozent auf 8979,36 Punkte und schloss damit erstmals seit Oktober 2014 unter der psychologisch wichtigen Marke von 9000 Zählern. Am Dienstag notierte der Dax, der die 30 wichtigsten deutsche Papiere repräsentiert, zunächst einigermaßen fest. Am frühen Nachmittag setzte sich der Abwärtstrend dann aber fort.

Für Verunsicherung hatte auch der Absturz der Aktien des hochverschuldeten US-Erdgasförderers Chesapeake gesorgt, der die US-Börsen mit in die Tiefe riss. "Die Weltwirtschaft befindet sich in einer schwachen Verfassung, der Ölpreis liegt am Boden. Daraus erwachsen Sorgen über die Stabilität des Bankensektors. Es werden böse Erinnerungen an die Finanzkrise wach", sagte Analyst Jochen Stanzl von Brokers CMC Markets.

Deutsche Bank auf historischem Tief

Besonders gebeutelt war einmal mehr die Deutsche Bank. Die Aktien verloren 9,5 Prozent und schlossen bei 13,82 Euro - so tief hatten sie einen Börsentag noch nie beendet. Seit dem Ausweis eines milliardenhohen Rekordverlustes werfen die Anleger die Papiere der Bank reihenweise aus ihren Depots.

Auch die Aktien der Konkurrenten aus Spanien und Frankreich wurden verkauft, der EuroStoxx-Bankenindex verlor 6,4 Prozent. Zudem schnellten die Kosten für Kreditausfallversicherungen in die Höhe.

Ölpreis bleibt auf niedrigem Niveau

Anleger fürchten wegen des Absturzes der Ölpreise eine Art Dominoeffekt. Viele Öl- und Gasfirmen sind hoch verschuldet. In den USA sind allein im Jahr 2015 rund 40 Ölfirmen in Konkurs gegangen. Börsianer fürchten, die Banken könnten am Ende auf den Anleihen und Krediten der Branche sitzen bleiben. Geschürt wurden diese Sorgen am Montag von der Nachricht, dass der US-Erdgasförderer Chesapeake über eine Umschuldung nachdenkt. Seine Aktien stürzten zeitweise um bis zu 51 Prozent auf 1,50 Dollar ab - das war der niedrigste Stand seit 1999.

Wegen schwindender Hoffnungen auf eine baldige Drosselung der weltweiten Fördermengen verbilligte sich das Nordsee-Öl Brent zeitweise um mehr als drei Prozent auf 32,95 Dollar je Fass (159 Liter). Das US-Leichtöl WTI rutschte um 4,3 Prozent auf 29,57 Dollar ab. Am Dienstag legte der Ölpreis jedoch wieder zu. Nordsee-Öl Brent kostete mit 33,11 Dollar 0,7 Prozent mehr. Das US-Leichtöl WTI verteuerte sich um 1,25 Prozent auf 30,06 Dollar je Fass (159 Liter).

Gold als sicherer Hafen gefragt

Angesichts der jüngsten Turbulenzen setzen Anleger inzwischen zunehmend darauf, dass die US-Notenbank Fed ihre Geldpolitik nur sehr vorsichtig weiter straffen wird. Der Euro war deswegen in der vergangenen Woche bis auf ein Drei-Monats-Hoch von 1,1243 Dollar geklettert, am Montagabend notierte er mit 1,1156 Dollar auf dem Niveau vom Freitag. Am Dienstag legte der Euro wieder leicht zu und wurde mit 1,1208 Dollar bewertet nach 1,1195 Dollar im späten New Yorker Handel.

Der Goldpreis hat am Dienstag seine starken Gewinne vom Vortag nahezu gehalten. Das Edelmetall gilt Anlegern in wirtschaftlich turbulenten Zeiten als sicherer Hafen. Am Morgen wurde eine Feinunze (31,1 Gramm) in London bei 1188,70 US-Dollar gehandelt und damit etwa zum gleichen Kurs wie am Vorabend. Am Montag hatte die
Verunsicherung der Anleger nach starken Kursverlusten an den Aktienmärkten den Goldpreis in der Spitze auf 1200,97 Dollar getrieben und damit auf den höchsten Stand seit Mitte Juni 2015. Die Sorge der Anleger um die Weltwirtschaft hat den Preis für das gelbe Edelmetall in diesem Jahr bisher um etwa 13 Prozent steigen lassen.

iw/hb (rtrd, dpa, afp)