Aubameyang: Heiße Spur führt nach London | Fußball | DW | 16.01.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Bundesliga

Aubameyang: Heiße Spur führt nach London

Nach der jüngsten Provokation Pierre-Emerick Aubameyangs wird über den Abschied des Torjägers aus Dortmund spekuliert. Um den Teamfrieden zu wahren, scheint der BVB zum Verkauf bereit. Ein Londoner Klub hat Interesse.

Man kann Pierre-Emerick Aubameyang nicht vorwerfen, er habe sich beim Training am Dienstag nicht reingehängt: Am Ende der einstündigen Einheit legte der Stürmer noch eine freiwillige Extraschicht ein und absolvierte ohne eine Aufforderung des Trainers einige Bergauf-Sprints. Am vergangenen Sonntag hatte der Gabuner das Heimspiel gegen Wolfsburg wegen einer Suspendierung aus disziplinarischen Gründen verpasst. War der Trainingseifer nun ein Zeichen der Reue und des guten Willens? Das zu behaupten wäre wohl voreilig, denn nach aktuellem Stand der Dinge erscheint es wahrscheinlicher, dass sich Aubameyang für einen neuen Verein in Form bringen will - einen Verein, der schon in diesem Winter sein neuer Arbeitgeber wird.

Interessenten für den BVB-Torjäger gab es bereits in der Vergangenheit viele, doch aktuell führt eine heiße Spur zum FC Arsenal nach London. Möglicherweise wollen die Gunners mit Aubameyang die Lücke schließen, die ein Wechsel von Alexis Sanchez zu Manchester United reißen könnte. Die jüngsten Aussagen von BVB-Boss Hans-Joachim Watzke taugen ebenfalls als Indiz für einen Verkauf des Bundesliga-Torschützenkönigs noch in der bis Ende Januar laufenden Transferperiode. Auf Fragen nach einer Zukunft von Aubameyang beim Revierklub antwortete der Geschäftsführer ausweichend. "Erst einmal geht es um das wichtige Spiel in Berlin. Alles Weitere wird man sehen", sagte Watzke der "Funke Mediengruppe". Aubameyang müsse jetzt mit dem Trainer klären, ob er bereit sei oder nicht, alles für Borussia Dortmund zu geben. "Das werden Peter Stöger und Michael Zorc mit ihm besprechen", so Watzke.

Fussball Pierre-Emerick Aubameyang und Arsenal (picture alliance/dpa/Actionplus)

Im Herbst 2014 spielte der BVB mit Aubameyang in der Champions League gegen Arsenal

Nach seiner Suspendierung soll Aubameyang für die Partie am Freitag bei Hertha BSC wieder zum Kader gehören. Allerdings ist dabei nicht auszuschließen, dass es sein letzter Auftritt im schwarz-gelben Trikot wird. Laut "Bild" hat Aubameyang bei den Dortmunder Verantwortlichen bereits wenige Tage vor der Winterpause um eine Freigabe gebeten.

Im Tausch gegen Giroud?

Mit dem Transfer könnte der BVB eine Ablöse von rund 70 Millionen Euro plus X erzielen. Diese üppige Summe kann den FC Arsenal offenbar nicht schrecken. Diverse englische Zeitungen berichteten am Dienstag, dass der Premier-League-Klub ein lukratives Angebot vorbereite, da Sanchez bereits kurz vor einem Wechsel zu Manchester United stehe.

Beim FC Arsenal würde Aubameyang mit dem ehemaligen Dortmunder Chefscout Sven Mislintat, der mittlerweile in Diensten der Londoner steht, einen alten Bekannten treffen. Mislintat gilt als ein großer Fürsprecher Aubameyangs. Er soll bei Arsenal-Trainer Arsene Wenger Vorbehalte gegen den Gabuner ausgeräumt haben. Darüber hinaus sind die Londoner im Gegenzug offenbar bereit, den derzeitigen Reservisten Olivier Giroud an den Bundesliga-Vierten abzutreten. Das könnte der Borussia den Abschied vom sportlich eigentlich unverzichtbaren Aubameyang erleichtern. Denn ohne einen torgefährlichen Stoßstürmer von seiner Klasse mangelt es der Offensive an Durchschlagskraft, wie beim 0:0 gegen Wolfsburg zum wiederholten Mal zu sehen war.

Macht das Beispiel Dembele Schule?

FC Barcelona Präsentation von Neuzugang Ousmane Dembele (picture-alliance/dpa/M. Fernandez)

Am Ziel: Dembele bei seiner Präsentation in Barcelona

Käme der Transfer samt Tausch tatsächlich zustande, könnten zwar alle Beteiligten sagen, das Ergebnis sei zufriedenstellend - dennoch bliebe vorn allem bei den Dortmundern ein fader Beigeschmack. Nach dem Wechsel von Ousmane Dembele im vergangenen Sommer hätte der BVB dann zum zweiten Mal klein beigeben müssen - gegen eine üppige Transferentschädigung zwar - wenn ein Superstar plötzlich beschließt, keine Lust mehr auf Dortmund zu haben.

Der damals 20-jährige Franzose hatte sich im vergangenen August offenbar auf Anraten seines Beraters geweigert, am Mannschaftstraining teilzunehmen und war daraufhin suspendiert worden. Nach zweiwöchigem Wechseltheater war Dembele dann für 120 Millionen Euro plus möglicher Bonuszahlungen zum FC Barcelona gewechselt.

Die Redaktion empfiehlt