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Aktuell Afrika

AU bläst zur Jagd auf Kony

Die Afrikanische Union will endlich den berüchtigten Rebellenführer Joseph Kony fassen. Dazu soll eine 5000 Mann starke Truppe nach Zentralafrika entsandt werden. Das teilten AU und Vereinte Nationen in Uganda mit.

Joseph Kony (Foto: AP)

Joseph Kony

Etliche Jahre lang hat die Rebellentruppe des ugandischen Rebellenführers Joseph Kony mehrere Länder im Herzen Afrikas terrorisiert. Doch nun soll Kony, der seit 2005 vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag unter anderem wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit gesucht wird, endlich das Handwerk gelegt werden. Außerdem soll die neue Militäreinheit gegen Konys brutale "Widerstandsarmee des Herren" ("Lord's Resistance Army", LRA) vorgehen.

Wie Afrikanische Union (AU) und Vereinte Nationen am Freitag in der ugandischen Stadt Entebbe mitteilten, soll die Mission an diesem Samstag im Südsudan beginnen und erst zu Ende sein, wenn der fanatische Kommandeur gefasst ist. Zu der Mission gehören sowohl Soldaten als auch humanitäre Helfer. Sie sollen nicht nur die Bevölkerung schützen, sondern auch Nahrungshilfe leisten.

Video-Kampagne zeigt Wirkung

Zuletzt hatte ein Internet-Video über die Gräueltaten Konys und der LRA weltweit die Aufmerksamkeit wieder auf dessen Treiben gelenkt. Die amerikanische Organisation "Invisible Children", die gegen den Einsatz von Kindersoldaten kämpft, hatte vor einigen Wochen eine Netz-Kampagne gegen Kony gestartet. Bis zum Freitag klickten fast 85 Millionen Menschen auf den YouTube-Link zu dem Video "Kony 2012". Ziel der Verantwortlichen ist es, den "Sprecher Gottes" - wie der Afrikaner sich selbst nennt - zu finden und vor Gericht zu bringen. Jedoch war die Aktion von Anfang an umstritten.

Die LRA hat seit 1987 den Norden Ugandas, den heutigen Staat Südsudan und den Nordosten der Demokratischen Republik Kongo terrorisiert. Ziel war die Einrichtung eines christlichen Gottesstaates. Vor sechs Jahren wurde die Gruppe, die Tausende Kinder als Soldaten zwangsrekrutiert und Mädchen als Sexsklavinnen missbraucht hatte, aus Uganda weitgehend vertrieben. Kony soll sich derzeit mit einer Kerngruppe der LRA in der Zentralafrikanischen Republik versteckt halten.

Die Soldaten der neu gegründeten Militäreinheit werden aus jenen afrikanischen Ländern rekrutiert, die besonders unter der LRA gelitten haben, darunter Uganda und Kongo. Bereits im vergangenen Oktober hatte US-Präsident Barack Obama 100 Militärberater nach Uganda entsandt, die der dortigen Armee helfen sollen, ihre Soldaten für den Kampf gegen die Rebellen auszubilden.

Kle/gmf (dpa, dapd, rtr, afp)

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