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Türkei

Außenstaatsminister: Yücel geht es "den Umständen entsprechend gut"

Nach Wochen haben Diplomaten erstmals Zugang zu dem in der Türkei inhaftierten Journalisten Deniz Yücel bekommen. Dem "Welt"-Korrespondenten gehe es den Umständen entsprechend gut, teilte das Auswärtige Amt mit.

"Belastend" sei für den Journalisten allerdings weiterhin die Einzelhaft im Gefängnis von Silivri, sagte der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Michael Roth (SPD), vor Journalisten in Istanbul. Das Treffen zwischen Yücel und Generalkonsul Georg Birgelen dauerte während der Pressekonferenz noch an. Zuvor hatte bereits ein Anwalt des Generalkonsulats mit dem 43-Jährigen sprechen können.

Der Kontakt dürfe kein Einzelfall bleiben, so Roth. "Das kann für uns nicht der Abschluss sein. Wir erwarten weiterhin, dass die konsularische Betreuung umfänglich gewährleistet wird und wir setzen uns weiterhin für die Freilassung von Deniz Yücel ein", betonte er. Roth war am Montag zu politischen Gesprächen zunächst nach Ankara und dann weiter nach Istanbul gereist.

Konsularische Betreuung bereit im März zugesagt

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Roth: "Haftbedingungen Yücels verbessert"

Bei dem Fall handele es sich um "eine der großen Bewährungsproben in den deutsch-türkischen Beziehungen", erklärte Roth. Dass Yücel ein kritischer Journalist sei, rechtfertige nicht seine Inhaftierung. Die Bundesregierung werde sich damit nicht abfinden und arbeite daran, dass die Einzelhaft beendet werde.  

Yücel wird seit Mitte Februar in Istanbul festgehalten. Offiziell wirft man ihm Terrorismusunterstützung vor. Die konsularische Betreuung war Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bereits Anfang März vom türkischen Ministerpräsidenten Binali Yildirim zugesagt worden. Laut Staatsminister Roth war der Besuch des Generalkonsuls allerdings erst nach wochenlangen Bemühungen durch die Bundesregierung möglich geworden.

"Welt"-Chefredakteur Ulf Poschardt hatte sich im Vorfeld erfreut über das Treffen gezeigt. Der Besuch sei auch aus psychologischer Sicht sehr wichtig, sagte er im RBB-Inforadio.  In der Redaktion herrsche "Gelöstheit" und "noch mehr Motivation, etwas für ihn zu tun". Poschardt baut nun auf eine Lösung nach dem Verfassungsreferendum am 16. April. Er hoffe, dass nach der Abstimmung der Wunsch auch in der Regierung nach "pragmatischen und verünftigen Lösungen" wieder wachse und ein "schnelles, zügiges und faires Verfahren" eingeleitet werde, so Poschardt.

hk/gri (rtr, dpa, afp, epd)

 

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